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Die Rache der Götter



Have fun with part three, read directly from my Cernunnos manuscript!


Deutscher Originaltext:


[Ich mache meine Anrufung der Reihe nach und versetze mich in den Wald. Sofort treffe ich auf Cernunnos. Er lässt die Erde aufbrechen, damit ich die Würmer sehen kann. Er lässt die Vögel heranhüpfen und Fuchs und Wild herankommen.]

T: Über was wollen wir heute sprechen?

C: Über Zerstörung.

[Urplötzlich werden die Bäume umgerissen von einer rot brennenden Wand und dem Geräusch von Bulldozern.]

C: There’s a human in my forest ... and it’s driving me mad with grief.

T: Ich weiß, was du meinst. »There’s a human in my forest« ist sogar der Name eines Kurzfilmes über Affenkinder, deren Mütter in den illegal gelegten Bränden sterben.

https://www.youtube.com/watch?v=oA10-oZi4Xc


C: Das Sprichwort ist etwas abgegriffen, aber keinesfalls von gestern: »Erst wenn alle Fische gefangen und das letzte Bison geschossen ist, werden die Weißen merken, dass man Geld nicht essen kann.« Glücklicherweise steuern wir heute vor, BEVOR der letzte Fisch tot ist. Wir säen Wut in den jungen Menschen und treiben sie an, es anders zu machen. Das war übrigens nicht immer so. Mit Bildung und Hoffnung gegen eure Dummheit vorgehen war nicht immer unser gewähltes Vorgehen, und eure Legenden ranken sich daher um rachsüchtige Götter. Früher war WIRKLICH klar, dass ein Wald nicht betreten werden durfte, wenn du des Abends in dein Dorf heimkehren wolltest. Weil wir unsere Grenzen mit eiserner Härte verteidigten. Störtest du unsere heiligen Haine und unsere liebsten Teiche, so lebtest du nicht lange, um deinen »Erfolg« zu genießen. Unsere Rache war legendär, in jedem Sinne des Wortes.


Aber es nützte nichts. Generation über Generation habt ihr euch dennoch alles einverleibt. Einiges haben wir euch auch freiwillig überlassen, wenn wir sahen, dass das Dorf verhungert. Es ist die klassische Lehre: »Reich einem Menschen den kleinen Finger und er wird dir den Arm abhacken.« Für niemanden gilt dies so sehr wie für mich. Wie meine Gefährtin Gaia, die große Göttin, für die ihr zahllose Namen habt, stehe ich neben euch und muss mit ansehen, was ihr tut. Und das seit dem Start eurer sogenannten Hochzivilisationen. Ich bin ein schwacher Gott geworden. Vielleicht weich mit den Jahren.

T: Ich versuche zu verstehen, wie deine Worte in all das hineinpassen, was ich vorher gelesen und gehört habe, denn zum Beispiel Gespräche mit Gott sagte ja ausdrücklich, dass uns niemand straft und wir unser Leben zu hundert Prozent selbst im Griff haben.

C: Ja ... heute. Und überdies als jemand, der nur an EINEN Gott glaubt. Das tust du aber nicht, sonst wäre ich nicht hier und wir würden nicht sprechen. Wir könnten es gar nicht. Welche Art nun die bessere ist, darüber brauchst du mit niemandem zu streiten – denn überdies sagen wir alle dasselbe, nur mit anderen Vokabeln. Wenn der »eine Christengott« aus GMG verkündet, dass Ursachen durch euch (Baum fällen) Wirkungen haben (Baum fällt auf dich und erschlägt dich), dann ist das ebenso korrekt wie meine Aussage – UND wie die Aussage des Wissenschaftlers. Es ist eben doch alles eins. Egal, wem du anhängst. Einige Dinge, einige Regeln und Grundlagen ändern sich nicht, und darin liegt eine heilige Geometrie.

Hast du diese heilige Geometrie verinnerlicht, besitzt du die sieben Säulen des Wissens, die Erleuchtung und die Kraft, aus Kohle Gold zu erschaffen, wie der Alchemist träumte. Diese göttlichen Grundgesetze sind die Schranken eures freien Willens. Du fragst dich sehr oft, wo genau diese verortet sind. Besonders in deiner Drachenkind-Legende. Sie ist dein Spielplatz, solche Fragen mit den Elfen zu ergründen, und sie geben dir Auskunft. Sie ergründen außerdem mit dir, wie viel von zwei Völkern zerstört werden muss, bevor beide dem Spiel entsagen, weil es doch noch etwas Wichtigeres gibt als ihren ewigen Streit. An genau diesem Punkt seid ihr jetzt angekommen. Eure junge Generation sagt: genug. Genug Krieg, Tod und Zerstörung. Ich will kein Held sein. Ich will euer Geld nicht. Ich will den Wald. Ich will das Meer. Ich will die gesunde Natur zurück, die mir zusteht. Die mein GEBURTSRECHT ist.

T: Ich danke dir. Ich hoffe, ich übe mich jeden Tag darin, Wald und Meer zu schützen. Mache mir gerne meine Denkfehler bewusst am Wegesrand. Ich gelobe Besserung.

C: Hauptsache, du ehrst unseren Vertrag, Schreiberin.

T: Das werde ich, ich schwöre es dir.

C: Dann sehen wir uns morgen.



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