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Physik für Druiden II



30. April 2021 (Walpurgisnacht)


T: Ich habe versucht, das mit der Antenne weiter zu recherchieren, aber ich bin leider nicht sehr weit gekommen. Ich stelle sie mir, weil mir das Fachwissen fehlt, momentan einfach vor wie eine Wünschelrute, die man sich – praktisch, praktisch! – ans Handgelenk machen konnte, wenn man sie gerade nicht brauchte. Aber ich habe natürlich tausend Fragen, vor allem zu dem (sogar mir bekannten) Thema "Erdung". Hat man die Antenne einfach irgendwo hingehalten, wenn man die Energie eines Ortes messen wollte? Musste man sie irgendwie erden? Oder war der Mensch selbst die Erdung? Und vor allem: Reagierten der Boden und das Umfeld damals überhaupt genau so wie heute, oder war energetisch alles komplett unterschiedlich und man könnte diese Versuche mit diesen Metallreifen heute so überhaupt nicht wiederholen?

C: Ja, das sind viele Fragen. Das Gute ist, dass du mit ihrer Beantwortung nicht alleine bleiben musst. Deine nicht-so-stillen Mitleser werden einiges beitragen können. Das muss ja nicht über Nacht geschehen. Also der Reihe nach. Zuerst ist es so, dass ihr als Elektriker, Ingenieure und Antennenpfleger in euren modernen Zeiten zuerst beigebracht bekommt, was eine Antenne alle nicht tun sollte. Also die unerwünschten Dinge erklärt bekommt, die Antennen "frecherweise" manchmal machen, wenn man sie nicht unter Kontrolle hat. Da wird dann seitenweise beschrieben, dass man "fehlerhafte Ergebnisse" und "Störungen" und "Überlagerungen" und "Interferenzen" bekommt.

T: Ja, das klingt sehr nach Schule und Lehre auf der Erde. Kann ich voll unterschreiben.


C: Nun hat eine Antenne aber keinen eigenen Willen. Eine Antenne sagt dir einzig und alleine, was IST – und es IST eben eine ganze Menge da draußen, wenn ihr einfach mal zuhören würdet! Ich will dabei gar nicht verhehlen, dass eine feine Antenne viel gleichzeitig einfängt, was sich dann durchmischt und eine Kakofonie statt einer Sinfonie ausgibt – aus Lautsprechern zum Beispiel. Auf dem Oszillografen, oder wie auch immer. Das könnt ihr ja mittlerweile sehr gut regeln. Zu gut, genau genommen. Denn indem ihr zuerst ALLES abstellt, was stört, beraubt ihr euch vieler kreativer Wege in viele kreative Richtungen. Aber nein, ihr sorgt zuallererst für einen störungsfreien Aufbau. Ihr stellt die Antennen genau aufeinander ein, damit sie ihren gewollten Dienst tun können. Ab dem Zeitpunkt ist die Antenne ein eingeschliffenes, höchst eingeschränktes Werkzeug, dass euch nur noch das Ergebnis liefern kann, dass ihr ohnehin erwartet. Die Armreifen aber waren universell nutzbar im Vergleich. Natürlich musstest du wissen, was du tust – das musst du aber immer! Der Druide lernte lang und breit, in welchen Situationen das Werkzeug hilfreich war. Und ebenso, wie ein Bergmann mit einer Spitzhacke loszieht, und nicht mit einem Wattestäbchen, wusste auch der Druide, wann sein Werkzeug Sinn machte und wofür.


T: Wie sah das dann genau aus?

C: Stell dir vor, der Druide reist und möchte einen Ort für eine längere Meditation finden. Wenn er die Sache nicht ohnehin erspürt; wenn er vielleicht müde ist oder es schnell gehen soll, dann wird er seinen Armreif abstreifen und in beide Fäuste nehmen – wie deine völlig richtig angeführte Wünschelrute. Die Antenne tut ja im Grunde nichts weiter, als die beiden Arme des Menschen nach vorne etwas zu verlängern und metallisch werden zu lassen. Und was passiert, wenn du die Enden einer Gabel in die Steckdose steckst?

T: Man bekommt einen gehörigen Schlag!

C: Korrekt. Die beiden "Arme" erlauben dir eine veränderte Sensorik. Hält der Nutzer sie zum Beispiel an einen Baumstumpf, in dem es energetisch hoch hergeht (weil dort zum Beispiel Feenvolk wohnt), dann wird der Reif dir das mitteilen – in extremen Fällen sogar über Stromschläge. Normalerweise allerdings eher durch das charakteristische Kribbeln fließender Energie. Du kennst dieses Kribbeln. Es taucht auf, wenn jemand etwas überaus Wichtiges sagt, und wandert dir über den Rücken. Es wandert dir durch die Hände, wenn du heilst. Die Heiler unter euch werden an dieser Stelle GANZ GENAU wissen, wovon ich spreche.

T: Lässt er sich dann genau dort nieder, wo es kribbelt, oder lieber nicht, um nicht zu stören/gestört zu werden?

C: Gute Frage. Je nachdem, was das Ziel der Suche ist. In unserem Beispiel wurde ein Ort für stille Kontemplation gesucht. Wenn der Druide weiß, dass bei seiner eventuellen Frage Feenvolk helfen kann, könnte er sich in respektablem Abstand dazu niederlassen. Und nun besprechen wir, was dir die ganze Zeit im Kopf umhergeht, das ist störend.

T: Danke!


C: Es ist NATÜRLICH so, dass Druiden auch Augen im Kopf haben. Sie können mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, wo etwas energetisch Interessantes stattfindet. Aber: Ein Mensch kann auch mal müde sein. Abgekämpft. Abgelenkt. Kann Schmerzen haben in rheumatischen Gelenken oder was auch immer. Und dann ist ein schnelles Werkzeug ja nicht das schlechteste. Im Normalfall ist ja alles in der Umgebung bekannt. Mit mehr Geduld und Spucke kann natürlich IMMER auch ohne den Reifen herausgefunden werden, wo sich was befindet und wo Energie fließt. Deswegen darf man den Reif auch nicht überbewerten. Aber dass ihr so gar keine Ahnung habt, wozu der, ähäm, "Schmuck" alte Kulturen diente, das konnten wir ja einfach mal eben geraderücken.

T: Du bist echt einmalig.

C: Nein, ich bin mannigfaltig. Das sagte ich dir schon einmal. Und nun zum eigentlichen Thema des Abends.

T: Aber sehr, sehr gerne. Heute ist Walpurgisnacht. Sogar die erste in meiner "Challenge"! Da ich am 06. Mai 2020 mein Abenteuer mit euch begonnen habe, hatten wir noch nicht das Vergnügen, den Vorabend des 1. Mai zusammen zu begehen.

C: In der Rückschau ist dir nun sicher klar, warum die Elfen sagten, die Challenge sei das absolut Wichtigste, was du auf lange Zeit tun wirst.

T: Absolut. Hätte ich nach dem ersten Monat gestoppt, wäre mit unendlich viel entgangen - obwohl ich nicht verschweigen will, dass ich darüber nachgedacht habe, als Jormungandr aufgetaucht war.



C: Wir hatten zusammen erörtert, dass an Beltane das Leben so richtig "wieder da ist" in Mitteleuropa. Die Schöpfung ist "wiedergeboren", der grüne Mann/der Waldgott "auferstanden". Das Beltane-Fest trägt also – wie so vieles – eurer Dualität Rechnung. Die Schöpfung ist vollendet im Mai. Es ist quasi der biblische 7. Tag, an dem die Tore des Himmels weit offen stehen, damit du mit Gott feiern kannst. Du siehst schon, das Ganze ist leider mit sehr vielen schwierigen Wörtern gespickt, über die man sich tagelang einzeln unterhalten könnte. Aber du weißt nun gut, dass dies alles Platzhalter sind, denen nicht zu viel Bedeutung beigemessen werden darf im Einzelnen. Das gegenteilige Fest, Samhain, ist "der Tod des Waldes" im Herbst. Nicht wenige seiner feinstofflichen Bewohner ziehen sich zurück. Tief ins Erdreich, um in Gaias Schoß zu schlummern, oder ganz in die geistige Welt, weil im Winter wenig im Wald zu tun ist. Im Gegensatz zu mir schlummern viele Waldbewohner (mit Körper und ohne) ja tatsächlich. Einige Pflanzen, deren Strategie es ist, ausschließlich für die nächste Generation vorzusorgen, sterben gänzlich.


T: Sollte man in diesen Prozess eingreifen? Sollte man vor dem Winter ein Feenhaus an der Wand des eigenen Hauses bauen, wie man auch Blätterhaufen für Igel anlegt?

C: Nötig ist das nicht, nein. Es hat ja immer auch so funktioniert. Außerdem muss man bei Waldvolk schon etwas genauer wissen, wen man zu was einlädt. Wie alles im Universum geht man auch hier eine gewisse Sorte Vertrag ein, und ihr habt heuer keine Ahnung mehr von den echt wichtigen Verträgen in eurem Leben. Ihr kennt die Sorte Vertrag, dass eine Katze die Mäuse aus dem Kornspeicher fängt, wenn ihr sie dafür etwas pflegt und füttert. Das ist euch geläufig und auch wichtig, aber Waldvolk hat wieder ganz andere Optionen und Möglichkeiten.

T: Was zum Beispiel?

C: Du hast nur selten in deinem Leben mal Wasser erlebt, das du trinken solltest, und das keine Spitzenqualität hatte. Aber auf einem Schiff oder durch den Winter hindurch konnte dir das Wasser durchaus "kippen" – es sei denn, du hast den richtigen Helfer unter deinem Dach.

T: Im Ernst jetzt? Das klingt nach echter Magie!

C: Ich weiß wirklich nicht, wie ich auf solche Aussagen von dir reagieren soll. NATÜRLICH IST ES MAGIE. Die sehr echte, überaus reale Magie des Universums ist die Grundlage sämtlicher fantastischen Erzählung. Und glaub mir: Ihr KÖNNT kaum, wirklich kaum so sehr herumspinnen, dass es über die Grenzen des Möglichen hinauskommt. Es ist für euren Geist kaum möglich!


T: Das lässt die Riten früherer Zeiten wirklich in GANZ anderem Licht erscheinen. Was bilden wir uns doch alles ein auf unsere Wissenschaft, auf unsere Augen ("Ich glaube nur das, was ich sehe!"), auf unseren ach so tollen Intellekt und unsere Säkularisierung.

C: Na ja, das hat alles auch gute Seiten. "Auf deine Augen vertrauen" heißt, dem Aberglauben keinen Raum zu geben (und Aberglauben gibt es!). Säkularisierung bedeutet, dass ihr als Bürger keine ANGEBLICH von Jesus ausgetüftelten Gesetze als Lebensgrundlage haben müsst. Aber alles in allem hast du natürlich recht. Es ist mehr verloren gegangen aus früheren Zeiten, als ihr heute überhaupt wisst. Und das tut schon im Herzen weh.

T: Eine letzte Frage ... Reiten auf dem obligatorischen Hexenbesen. Hehe.

C: Sprachbild. Du würdest heute bei einem ordentlichen Trip vielleicht sagen: "Ich habe mich gefühlt wie im Düsenjet!" oder "Ich war wie in einer Rakete unterwegs!" Da es das alles nicht gab, mussten sich die Leute anderer Bilder bedienen. Aber da muss ich dich enttäuschen, DAS war dann körperlich doch nicht möglich. Auch nicht früher und mit druidischem Wissen. ;)

T: Hihi. Danke. Das war richtig, richtig großartig.

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