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Sprünge ins Ungewisse



13. April 2021


T: Was ist die wichtigste Nachricht des Tages?

[Zorya drängt sich in den Vordergrund. Ich lasse sie natürlich. Sie sieht aus, als wäre sie heute verwandt mit der Harpyie. Sie trägt enges Leder und hohe Stiefel, einen richtigen Kampfdress (oder das, was sich Männer gerne als Kampfdress einer Frau vorstellen).

Zorya: Ist dir überhaupt aufgefallen, dass du gutes Channeling jetzt von Schlechtem unterscheiden kannst? Ist dir überhaupt bewusst, dass dich jetzt – ein Jahr nach Trainingsbeginn – niemand mehr mit scheinbar spirituellen Worten blenden kann? Viele Sachen klingen gut, sind aber [sie benutzt ein mir unbekanntes Wort. Ich musste es googeln. Das Wort lautet "bupkis", es übersetzt sich zu "gar nichts/ wertlos".]

T: Seit wann benutzt du Yiddisch?

Z: Ich benutze, was meine Nachricht am besten ausdrückt. Wir hatten allerdings Glück, dass du dieses Wort schon ein oder zwei Mal im Vorbeigehen gehört hast. Egal jetzt. In letzter Zeit denkst du darüber nach, wie wenig von den spirituellen Texten, die unter euch kursieren, tatsächlich tieferer Betrachtung standhält. Und natürlich hast du recht. Das ist übrigens der Grund, warum viele Menschen sich heutzutage lieber ganz davon abwenden, statt diesem bupkis zu vertrauen. Sie wenden die wissenschaftliche Denkweise an und sagen sich: "Da ich keine Möglichkeit habe, das Schlechte von Guten zu unterscheiden; da ich es nicht FÜHLEN kann, lasse ich das Thema außen vor." Du musst die Menschen da verstehen.

[Sias "Saved My Life" spielt.]

Sie wollen sich lieber nicht binden, als an das Falsche zu geraten. Und was soll ich sagen: Natürlich finden wir Götter und Geister das schade... aber wir verdammen ganz bestimmt niemanden dafür. Der humanistische Ansatz, der weltliche Moralansatz, das sind valide Prinzipien, auf denen du ein gutes Leben aufbauen kannst. Und vor allem – das ist ganz wichtig! – trägst du den Bupkis nicht weiter an deine Kinder und Enkel. Das ist der größte Verdienst, den du als Nicht-Bedarfter erbringen kannst, und er hat seinen ganz eigenen Wert. Denn wenn du die Diskussion nicht voranbringen kannst oder willst, dann machst du es doch wenigstens nicht schlimmer. Es ist nichts falsch an Pragmatismus.


T: Ich denke mal, ich habe es gemerkt durch den Umstand, dass ich gerade einen neuen Tummelplatz für mich und meine Gedanken suche. Ein Channelingforum oder wie auch immer. Aber es gibt ... nichts??! Was ich gefunden habe war ... nun ja. Weit unter dem, was ich erhofft hatte. Ich möchte den Leuten nicht auf die Füße treten, aber echte Nachrichten von Spirit sind scheinbar immer noch wesentlich seltener, als ich dachte.

Z: Aber sicher. Gutes Material – und vor allem NEUES – ist rar. Glaubst du jetzt endlich, dass du hier etwas Großes ablieferst?

T: Ja, so langsam. ;)

Z: [kopfschüttelnd] Aber wirklich. Nun, immerhin bist du damit nicht allein.

T: Hm?

Z: Die meisten Menschen haben keinerlei Chance, vorauszusehen, ob und wie ihre Arbeit etwas beeinflusst. Man muss erst die Arbeit machen und dann sehen, wie sie ankommt. Da ist es auch egal, ob du einen Roman schreibst, einen Massagesalon aufmachst oder ein Auto entwickelst. Niemand kann den Erfolg ganz und gar garantieren. Und mittendrin könnt ihr nur schwerlich überblicken, warum ihr etwas tut. Deswegen fühlen sich die Dinge, die uns WICHTIG sind, ja auch einfach gut an. Das ist eine gute Messgröße.

T: Sex?

Z: Klar! Make love, not war. ;) Kunst, Waldspaziergänge, Schwimmen. Kuscheln.


T: Schreiben. :)

Z: Ja. Und das Schöne ist: Jeder fühlt sich bei etwas anderem gut! Das haben wir doch gut eingefädelt, oder? Für den einen sind es Basketbälle, die in Körbe fallen; für den Nächsten ist es Photoshop. Herrlich, oder? "Tu das, was du liebst. Tu nicht das, was du hasst." [Gespräche mit Gott] So simpel.

T. Na ja. Es hat Nuancen, aber du hast schon recht. Aber sag mal ... dann ist DAS der "leap of faith", oder? Der Sprung ins Ungewisse? Die Arbeit, die wir tun, während wir keine Ahnung haben, was und warum wir es ganz genau tun.

Z: Aber sicher. Der Sprung ins Ungewisse ist NICHT das Geld-leihen von der Bank. Das ist unter Umständen ein Symptom, aber dem vorausgeht die echte Arbeit. Die Übungsphase, in der du tüftelst oder zeichnest oder eine Kunst erlernst. Der Sprung ins Ungewisse ist, Gitarre spielen zu lernen und ein Demotape aufzunehmen, bevor dich jemand unter Vertrag nimmt. Und der größte leap of faith von allen ist, sich hinzusetzen und den ersten Schritt zu tun. Den ersten Strich zu zeichnen. Das erste Ding zu erfinden. Das erste Manuskript anzufangen.

T: Oder man kann Starthilfe bekommen wie ich. *hehe*


Z: Ki vill, skall. – Was ich will, das wird sein.

T: Du zitierst mir gegenüber meinen eigenen Roman??!

Z: Das solltest du mal probieren, das macht Spaß!

T: [lacht] Du freches Stück!

Z: Mal im Ernst: Es sollte sein, also hast du diesen verrückten kleinen Traum niedergeschrieben. Und schau, was daraus geworden ist.

T: Ja, oh Mann. Es ist wahnsinnig viel aus meinen ersten paar geschmierten Seiten geworden, in denen eine Bankerin vom Herrscher der Elfen informiert wird, wer sie ist und was sie zu tun hat. Und mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich ein paar kleine freche Anmerkungen in die nächsten Bücher streuen werde. Dinge, die ich von euch gelernt habe. So Kleinigkeiten wie-

Z: -dass man an sich selbst arbeiten muss, um eine Gesellschaft zu erleuchten? Dass Musik heilig ist und das Universum trotz aller Unkenrufe auf deiner Seite ist?

T: Ja ... so was. :) Bis morgen!

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