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Opfern



26. Januar 2021


T: »Opfern« lautet die Lektion. Ich bin sehr gespannt!

C: Das Thema ist auch genial. Tief, und sehr schlecht verstanden in euren derzeitigen Zivilisationen. Ihr habt euch vor gar nicht so langer Zeit in eurer Geschichte hingestellt und gesagt: »Wir haben den Befreiungsschlag ausgeführt. Wir sind nicht länger davon abhängig, den Göttern Wein und Honig opfern zu müssen. Wir kommen nun ohne diese Vorgänge klar, denn Götter gibt es ja ohnehin nicht!«

T: Tja. Das nannten die damals »Aufklärung«, fürchte ich. Hatte auch etwas Gutes, wenn ich raten sollte. Der kirchliche Ablasshandel verschwand nämlich genau so.


C: Das Problem ist nicht, dass ihr euch nicht weiterentwickeln dürft. Das dürft und sollt ihr immer. Richtig opfern habt ihr überdies leider schon in viel früheren Zeiten verlernt und vergessen. So in etwa dann, als die Kelten und die Wikinger zu einzelnen, zerstreuten Siedlungen zerschlagen waren und ihr System zusammenfiel. Ich sage nicht, dass diese Völker ALLES richtig gemacht haben. Kein Volk hat bisher alles exakt richtig gemacht. Also keines, von dem ihr einigermaßen viel wisst. Die Inkas haben Menschen geopfert, die Wikinger geraubt und gemordet, und so weiter und so fort. Aber alle Völker haben auch ETWAS richtig gemacht, und ihr dürft euch nun die ... wie sagt ihr ... Sahnestückchen aussuchen?

T: So ähnlich, ja. Ich weiß, was du meinst.

C: Gut, zurück zum Opfern. Man muss sich das mal vorstellen: Da treibt ihr Jung und Alt an, einen absolut bedeutenden Teil ihrer Zeit zu OPFERN(!), um neue logische Verknüpfungen herzustellen, was ja per se nicht schlecht ist. Aber wie bei so Vielem ist auch hier manchen völlig das Maß verloren gegangen. Dann sitzen sie elf Stunden über Büchern, ohne dass ihnen auffällt, was sie da unendlich Wertvolles hergeben.

T: Lebenszeit.

C: Genau. Ihr bringt bereits die ultimativen Zeit-Opfer, gar keine Frage! Aber ihr opfert eure Zeit auf dem Altar der Logik, und das bringt euch zwar eine Ecke weiter, aber nicht in dem Bereich, der zählt, tut mir leid.


T: Das ist eine der Hauptnachrichten aus dem vergangenen Jahr in anderer Form, nicht wahr? Es wurde ja wieder und wieder gesagt: Nimm dir 30-40 Minuten jeden Tag, nur so kommst du voran.

C: Und bei diesem Standpunkt bleiben wir auch. Wer erwartet, alleine dadurch weiterzukommen, dass er uns täglich ein Schälchen Sirup auf den eventuell vorhandenen Altar stellt – am besten noch gedankenverloren – der braucht sich nicht wundern, dass das keinerlei Einfluss auf sein Leben hat. Wer aber im anderen Extrem sein Tier – oder schlimmer noch ein Familienmitglied! – in den Abgrund stößt, um eine gute Ernte zu erbitten, der hat genauso wenig verstanden! Die Größe deines Opfers ist völlig unerheblich, wenn es materieller Natur ist. Ob du uns ein Gänseblümchen niederlegst oder 72 Rosen, es ist gleich. Wir können deine Mühe anerkennen (und haben das in vergangenen Zeiten bestmöglich versucht, ohne so zu wirken, als wollten wir noch mehr davon), aber da endet der Einfluss deines materiellen Opfers dann auch. Deswegen sind die meisten Hexen auch so unerfolgreich. Besonders die, die sich der Macht der Worte nicht bewusst sind. Wie Jormungandr dir sagte, sind es die immateriellen Opfer, die uns wirklich interessieren. Und zwar nicht deshalb, weil du uns Energie übertragen könntest. Das ist nur auf dem winzigsten vorstellbaren Level möglich, nämlich wenn ihr am Leben erhalten wollt, was wir als Mikro-Energie-Einheit zu euch gesendet haben (denk an das Gleichnis mit den Kerzen). Es ist nicht eure Pflicht oder Aufgabe, diese energetischen Mikrowesen zu erhalten, ihr bekommt ja immer neue bei Bedarf. Außerdem, denk an Lilly.


T: »Die Liebe ist eine Einbahnstraße in meine Richtung. Ich habe nichts, was ich der Liebe anbieten kann, denn all meine Liebe (und Lebensenergie) kommt von ihr.«

C: Richtig. Und sie sagte dir: Das Einzige, was du anzubieten hast, sind ZEIT und »Mühe«, wie ihr manchmal sagt. »Mühe« ist eine Mischeinheit aus Willen + Zeit. Und jetzt, ganz wichtig: Diese Mühe investierst du NICHT(!) in uns, wir benötigen sie nicht. Wir können den Unterschied deiner »Mühe« kaum wahrnehmen, denn all deine Mühen sind wie ein Wassertropfen in unserem Ozean. Wir freuen uns, keine Frage. Aber du investierst die »Mühe«, also deinen Willen + deine Zeit IN DICH SELBST UND DEIN UMFELD, damit dein direktes Umfeld erblühen kann, um es bildlich zu sagen. »Opfern« bedeutet, Zeit + Willen einsetzen im Sinne von Allem-was-ist, um alles, was UM DICH ist, ein Stückchen besser zu machen. Eines eurer eindrucksvollsten Opfer der modernen Zivilisation heißt übrigens »Ehrenamt«, ein großartiges Konzept. Dass ihr dabei Gottes Werk tut, merkt ihr mehrheitlich gar nicht. Ihr sagt, ihr »dient den Menschen« (oder auch den Tieren). Dass man den Menschen nicht dienen kann, ohne Allem-was-ist zu dienen? Geschenkt. Hauptsache, ihr tut es.


T: Ich muss gerade daran denken, was ich mal von dem echt existierenden Medium Allison DuBois gelesen habe. Sie sagte, sie spendet zu Weihnachten immer Geld an Vereinigungen für Obdachlose, und fühlt sich dabei fast schuldig, weil sie sich dann so gut und glücklich fühlt.

C: Opfern ist im Idealfall absolut nichts, zu dem zu gezwungen werden musst. Wer zwingt sich schon zu einem Ehrenamt? Wer zwingt sich dazu, einem Tier ein Zuhause zu geben, egal ob temporär oder dauerhaft?

T: Wohl kaum jemand.

C: Eben. Eine Person, die intuitiv opfert, also INTUITIV ihre Mühe in eine Richtung lenkt, der gerade Mangel herrscht, erschafft aktiv Harmonie. Harmonie bedeutet: Wenn ich ein kürbisgroßes Brot habe und der andere nicht, schneide ich meines entzwei, denn wir werden alle davon satt.

T: Das ist die Lehre des heiligen St. Martin, der seinen Mantel in zwei Teile schneidet.

C: Ja. Für Christen, ja. Es gibt bessere Beispiele, aber sei’s drum.

T: Entschuldige. Bitte fahre fort.


C: Dieser Teil der Lehre ist also bekannt. Opfere die Hälfte, sei der Samariter. Das macht ja auch Sinn, denn du könntest in die Lage des frierenden Bettlers kommen. Das ist auch Psychologie und »schlaue Vorsorge«, so überleben Gemeinschaften nun einmal. Der springende Punkt ist: an dieser Art von Opfer ist noch nichts intuitiv. Es ist quasi ein »logisches« Opfer, in schlimmeren Fällen sogar berechnend. Eine intuitive Person aber weiß, dass bald etwas benötigt werden wird, was jetzt noch nicht abzusehen ist. Deswegen heißt es ja Intuition – Wissen ohne logische Herleitung. Diese Person backt also aus einer Laune heraus ein großes Brot, nicht ahnend, dass in einigen Stunden ein Mensch in höchster Not an ihrer Türe klopfen wird. Das ist die Königsdisziplin. Wer derart »im Fluss« ist, dass er diesen Zeichen folgt, der zieht automatisch Glück in sein Leben. Nicht nur, weil er bereitwillig gibt, was ohnehin schon da ist, sondern weil alle im Umkreis einen tatsächlichen »Glücksmoment« mit dieser Person verbinden – und du wärst schockiert, was Gedanken und Gebete derer um dich herum in deinem Leben bewirken. Außerdem – und das ist überhaupt der allerwichtigste Punkt – kommen gute Ideen zu demjenigen, der sie bereitwillig umsetzt, ohne sie logisch zu zerpflücken. Wer unser Flüstern hört, dem flüstern wir gern, ganz einfach!

T: »Wer sich benimmt, der wird wieder eingeladen.« (Muse)

C: Exakt. Warum soll ich der einen Person tagelang ins Ohr schreien, wenn ich bei der Nachbarin sofort meinen »Zufall« unterbringen kann? Menschen, die so wirken, als falle ihnen alles in den Schoß, wirken auf euch so, WEIL ES SO IST. Wenn ihr das Gefühl habt, jemand sei »von den Engeln geküsst«, dann darfst du deiner Intuition ruhig vertrauen. Der springende Punkt ist: Es gibt keinerlei Grund, von dieser Person nicht zu lernen, wie sie »opfert«, um derart im göttlichen Schein zu stehen. Es gibt keinerlei Barriere, die dich daran hindert, dich genau neben sie zu stellen und die glücklichsten Zufälle auf dich hinabregnen zu lassen (Sterntaler!). Außer natürlich dein Ego und deine Zweifel und deine Angst, nicht genug zu haben.


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