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Teil- und Scheinerleuchtung




19. Februar 2021


T: Ich möchte dich heute etwas fragen, was mich stark beschäftigt die letzten Tage.

C: »Spirituelle Depression«.

T: Hm, ja. Ich halte von dem Begriff nichts, aber er scheint sich etabliert zu haben. Zusätzlich gibt es ja unter den Störungen auch noch die manische Depression oder bipolare Störung. Gibt es also auch eine spirituelle Manie? Eine Phase SCHEINBARER Erleuchtung?

C: Natürlich gibt es das alles. Es muss alles geben, weil Alles-was-ist jegliche im Universum mögliche Ausprägung hat/haben kann. Gehen wir zuerst zur spirituellen »Depression«. Dir wurde heute erklärt, dass dies ein Gefühl ist, was NACH der eigentlichen (Teil-)Erleuchtung auftaucht, weil du zurück auf den Boden der Tatsachen kommst.

Du hast berechtigterweise ein schlechtes Gefühl bei der Sache, weil das Wort hier missbraucht wird. KEIN Körperbesitzer kann den Zustand seiner Teilerleuchtung dauerhaft aufrechterhalten. So ist eure Welt nicht »gestrickt«, um es einfach zu sagen. Vor allem aber ist dieser Vorgang ein ganz natürlicher, denn ich sage nicht umsonst immer TEIL-Erleuchtung. Bei vollständiger Erleuchtung würdest du – universellen Gesetzen folgend – dein Körper hinter dir lassen. Du bräuchtest ihn ja ohnehin nicht mehr!


Erleuchtung bedeutet per Definition, dass es nichts mehr zu lernen und zu erinnern gibt. In dem Moment wird der Körper hinfällig. Nach einer TEIL-Erleuchtung aber ist es normal und gewollt, dass du in dein Leben zurückkehrst. Warum denn auch nicht? Willst du es plötzlich nicht mehr? War das die Erkenntnis, die du hattest? Wirklich? War das der Inhalt deiner Teilerleuchtung? Bedingt das »ich verstehe jetzt alles« das »ich bin jetzt ein alles und somit zur gleichen Zeit ein nichts«? Ich wage es, das anzuzweifeln, weil ich die üblichen Inhalte von Teilerleuchtungen kenne. Sie ähneln sich von Mensch zu Mensch und bleiben durch eure Geschichte erstaunlich gleich. Zu sagen, man sei »depressiv«, wenn man aus dem Zustand der Teilerleuchtung kommt, ist wie zu sagen, man sei in der Hölle gelandet, nur weil das Flugzeug gelandet ist. Du warst OBEN, ja. Okay. Wir wissen, dass das schön ist. Deswegen ist das UNTEN aber nicht so schlecht, wie ihr es in dem Moment macht. Jormungandr mahnte euch, die Balance zu suchen und »das Niedrige« zu ehren für das, was es ist. Das nicht-hohe.

Aber nur, weil Normal-Null per Definition das nicht-hohe ist, ist es kein bodenloser Abgrund. Es ist Normal-Level. Außerdem: Eine Frequenz hat ein auf und ein ab. Ihr seid ja schließlich in der Dualität, wie könnte es anders sein. Wenn du eine Frequenz zwingen wollen würdest, keine Abwärtskurven mehr zu haben, also ihre Amplituden vollständig zu verändern, wären sie nicht das gleiche wie vorher. Musik entsteht durch die Schwingung von auf UND nieder. Leben entsteht durch Geburt UND Tod. Dualität hat das zwingende Naturgesetz, dass du nicht NUR oben sein kannst. Es ist körperlich nicht möglich. Es ist unfair, zu sagen: »Alle anderen um mich waren noch in ihrem Trancezustand und in ihrer Teilerleuchtung, nur ich war schon draußen und fühlte mich allein und doof.« Wie ehrst du damit dein Erleben? Hast du uns gerade ernsthaft schlechtes Feedback für einen ausgedehnten Moment der Erleuchtung gegeben???? Was fällt dir denn ein?!


T: Ich kann verstehen, dass du sauer bist. Das klingt auch unfair.

C: Spirituelle Depression ist in der Form, wie sie oft erklärt wird, also völliger Nonsens. Und übrigens auch gefährlich für diejenigen, die mit echter Depression kämpfen, die ja so viel mehr ist als ein »mimimi mein Erleuchtungsmoment ist vorbei.« Diesen Begriff zu verwenden ist nicht fair. Punkt. So, nun zu spiritueller Manie, was ja Hochphase bedeutet. Das ist schwieriger, denn hier verhält es sich andersherum als in unserem Beispiel eben. Eben sagte ich, erkenne das Ergebnis an und verwende nicht den medizinischen Begriff. Hier ist es nun gerade andersherum: Verwende nicht das Wort »spirituell«, wenn du von der medizinischen Möglichkeit einer manischen Hochphase sprichst.

T: Was? Nochmal.

C: Eine Manie ist ebenfalls ein gestörter Mechanismus im Hirn (also, wenn man überhaupt von Krankheiten sprechen kann und nicht von nötigen Lerninhalten ... du weißt schon!). Und sie ist sehr real. Manie unterscheidet sich ja von Freude ebenso, wie sich Depression von Traurigkeit unterscheidet. Völlig verschiedene Tragweiten. In der Manie löst du dich ebenso von deiner rationalen Seite wie in der Depression, nur eben in die andere Richtung. Da ihr Freude und Euphorie zu hohen Gesellschaftszielen erklärt habt, ist dies noch schwieriger festzustellen als die Depression.

Was, man darf nicht mehr euphorisch sein? Doch doch, aber so ist Manie ja nicht. Manie bedeutet, dein Auto und dein Haus zu verschenken und ohne ein Butterbrot in der Tasche auf den Jakobsweg zu starten. KANN funktionieren, aber Balance ist anders. Nichts hält nun die Person davon ab, in der Manie eine Erleuchtung zu »erleben«. Aber dieses Erleben ist ebenso, wie du »Abweisung« erlebst durch Personen, die dir in einer Depression begegnen und die objektiv betrachtet nett zu dir waren. Es ist Verzerrung.


Heraus kommen dann Aussagen wie: »Ich bin der wiedergeborene Erzengel Michael!« (als ob der in einen Körper kommen würde, da kennt ihr ihn aber schlecht...) oder »Jesus hat mir erzählt, er ist ein fünfköpfiges Alien vom Planeten Pups.« (Kein Kommentar!) Das Gehirn ist ein tolles Werkzeug, aber es kann völlig den Bach runtergehen durch Störungen. Eine Manie ist ein Trip, simpel und einfach. Und eine Depression ist ein Horrortrip. Nur hat man in beiden Fällen gar nichts genommen, sondern etwas Natürliches fehlt (Hirnchemie). Wir können euch dafür weder verachten noch strafen, denn wir wissen, wie mächtig euer Gehirn in jedem dieser Fälle ist. Wie mächtig Illusionen sein können, good grace and heavens.

[Amy Lee singt »Hello«]

T: Also gibt es »Scheinerleuchtung«. Meine Güte, das ist ja heftig.

C: Warum überrascht dich das? Es gibt doch alles zum Schein. Schein-Liebe, Schein-Ehe, Schein-Materie, Schein-Spiritualität (genannt Religion) ... ist das wirklich so eine neue Erkenntnis für dich?

T: Ähm ... ja?! Ich hatte von dem Konzept noch nie gehört. Aber es klingt wahnsinnig anstrengend.


C: Manie und Depression sind ganz generell anstrengend, das darf ich dir versichern.

T: A....aaaieieieieiei, jetzt hätte ich doch fast ...

C: Hehehe. Nein nein, »Amen« fällt aus.

T: Gern. Mist, hatte ich mir gerade angewöhnt.

C: Ich sagte schon. Bevor ich dich verlasse, finden wir etwas Besseres.

T: Das wäre klasse, ich freue mich. Wie üblich will ich nicht, dass du gehst.

C: Ich weiß, aber bedenke, was alles noch kommt.

T: Weiß ich ja leider nicht.

C: Ja aber wir. Also glaub mir doch einfach. ;)

T: Fies! Aber auch toll! Danke dir, mein Allerbester. DU ROCKST.

C: Na, wenn das kein Kompliment ist von einer Frau des 21. Jahrhunderts, dann weiß ich ja auch nicht.

T: Bis morgen. :)

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