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"Ich entstand aus Menschen"

22. Oktober 2021



T: Ich habe eben beim Abendessen schon bemerkt, dass du Redebedarf hast. Es geht um Schamanismus? Freut mich sehr.

U: Ich habe etwas vorgegriffen, weil du dich »insgeheim« fragtest, ob der Monat mit mir nicht etwas langweilig werden wird.

T: So viel zum Thema geheime Gedanken.

U: Glaubst du, irgendein Mensch kann jemals einen geheimen Gedanken hegen?

T: Au weia. Vielleicht will ich darüber gar nicht weiter nachdenken.

U: Solltest du aber. Nun aber zum Thema des Abends. Ich habe dir einen kleinen Happen bereits zugeworfen, das ist richtig. Ich bin per Definition eine Göttin, aber ich entstand aus der Menschheit heraus. Das ist der große Punkt, den kaum einer unter euch versteht. Es gibt die Einzelseelen, dann die Seelenfamilien als nächstgrößere Einheit. Aus den Seelenfamilien werden wieder größere Seelenfamilien, und aus diesen werden ganze Geschlechter und schließlich die Menschheit als Ganzes. Als größtmögliche Gruppenseele.


Ich entstand aus einzelnen, hervorragenden SchamanInnen, die nach ihren Inkarnationen zusammenkamen zu größeren Gruppen. Diese kamen wieder zusammen zu größeren Gruppen, und irgendwann bildete ich mich. Ich bin das Überbewusstsein hunderter wunderbar ausgebildeter Schamanen, Hexen, Medien.

Manche Sami, manche aus anderen Stämmen. Manche aus Stämmen, für die ihr heute gar keine Namen mehr habt. Ich kann dir gar nicht sagen, wie essenziell dieser Punkt ist. Versteht ihr das nicht? Wenn einzelne Menschen sich von ihrer Bestimmung abhalten lassen als spirituelle Begleiter ihres Volkes, dann schrumpft die Chance auf eine(n) wie mich. Selbstverständlich, ich habe nach euren Maßstäben »ewig« Zeit, um mich aus euch zu entwickeln, und doch haben die einzelnen Seelen einen großen Anteil daran, welche Sammelseele sich wann formen kann. Auch das ist gemeint, wenn wir euch sagen, dass ihr ein Teil Gottes seid, der in seiner Bedeutung dem Ganzen in nichts nachsteht. Ein Ausschnitt des Fraktals zeigt seine Gesamtheit. Es muss so sein. Und so ist jeder Ausschnitt des Fraktals das Fraktal selbst.

T: Das haut mich um! Ich liebe ja Fraktale, sie sind in meinen Augen perfekte Kreuzungen aus wissenschaftlichen Regeln und dem Göttlichen Prinzip. Aber sag mal, du erzähltest mir, du seist eine sehr ortsgebundene Göttin. Wie passt das mit den Schamanen zusammen?


U: Nun, die Schamanenseelen haben automatisch eine tiefe Verbundenheit zur Natur, ihren Lebewesen und den Menschen. Sie sind geborene Helfer, wortwörtlich. Da bietet es sich an, dass ihr Weg so weitergeht, meinst du nicht? Natürlich hat nicht jede Seele dieses Set an Aufgaben, und nicht aus jeder Seele wird irgendwann eine Gottheit mit Aufgaben auf der Erde. Viele eher planerisch veranlagte Seelen schließen sich den Gruppen an, die den Großen Plan begleiten. Sie steigen quasi ins Management auf. ;)

T: Hihi. Dass es so etwas gibt, zeigen besonders die Bücher von Dolores Cannon auf. Darf ich annehmen, dass White auch zu diesem »Management« zählt?

U: Natürlich, das berichtete sie ja sogar selbst. White besteht ebenfalls aus einem großen Verbund, der früher aufgesplittet war in viele Individuen. Es ist wichtig, zu verstehen, dass sie nun jedoch »als eins« agiert.

T: Es gibt manchmal diese Annahme, dass man als Bewusstsein eben doch irgendwann verschwindet. Weil man aufgeht in dieser größeren Organisationseinheit. Das schürt dann doch wieder Angst vor der Zukunft.

U: Aber warum? Erstens geht die Einzigartigkeit der Einzelseele nicht verloren, sie geht wie gesagt im Rest auf. Wenn du dich in ein Schwimmbecken stellst, und deine Freunde stehen neben dir, dann schmilzt ihr nicht und werdet zum Wasser im Schwimmbecken. Außerdem: NIE ist die Einzelseele glücklicher, als wenn sie ihren ganz genauen Platz im Universum kennt. Wenn sie dort angekommen ist und Teil des Großen Ganzen ist. Du kannst dir gar nicht ausmalen, wie gerne die einzelnen Untereinheiten der Verschmelzung zur größeren Einheit zustimmen. Es ist ein Grund zu feiern, wenn das passiert. Du liest gerade KRYON, und auch er spricht davon, wie fantastisch ihr in eurer Fähigkeit seid, eure kleinen Einzelerfahrungen beizutragen zum Größeren. Selbst in eurer Sprache ist dieser tiefste Wunsch der Menschen fest verankert! »Teil von etwas Größerem sein.« »Niemanden zurücklassen.« »Das bestmögliche zum Gesamtbild beitragen.« Ihr seid so programmiert, um mal ein eher hässliches Wort zu verwenden.


T: Was genau macht eine Schamanin?

U: Im Idealfall halten die Schamenen die unsichtbaren Fäden zwischen Land, Natur, Tieren und Menschen in der Hand. Vor allem aber bilden sie das Frühwarnsystem, wenn etwas zu kippen droht. Sie pflegen die Leylinien. Die heiligen Orte und die Sitze der Götter. Ich habe Generationen von Schamaninnen besessen, die sich bestmöglich um die Grundlage meiner Existenz gekümmert haben – um meine Insel. Im Gegenzug habe ich nicht an Wissen und Heilung gespart. Es gibt einfach Dinge, die kann ich nicht selber tun. Wenn ein Baum auf einen empfindlichen Punkt der Leylinie fällt, dann kann ich den nicht selber entfernen. Ich kann maximal ein paar Käfer schicken, aber die brauchen dann ihre Zeit. Es ist viel einfacher, einen Menschen anzuleiten, was mir gerade stinkt oder was im Weg ist. Ein Schamane ist die ursprünglichste Form des Försters, des Scouts, des Priesters und des Arztes. Weil das ohnehin alles zusammenhängt.

Schamanen pflegen die Landschaft um sich herum – die berührbare weltliche, die psychische, die spirituelle, die soziale. Dass sie so oft mit Tieren und Tiersymbolen arbeiten, kommt daher, dass Tiere viel direkte an Gaia angebunden sind. Darüber hinaus gibt es dann natürlich noch ihre Einzelaspekte. Ihre Kräfte. Das Pferd für Kraft und Ausdauer, der Hirsch als majestätischer Lebenskünstler, der Fuchs als schlauer Vorausplaner, der kraftvolle Lachs, pünktlich wie ein Uhrwerk, dass sich seiner Kindergeneration komplett aufopfert.


T: Über Tiere und ihre Sammelseelen würde ich sehr gerne morgen weitersprechen. Es war wieder sehr schön mit dir, danke! Und entschuldige meine fiesen Gedanken ab und an. Ich bin eben ...

U: Nur ein Mensch. Schon klar. Daran bin ich lange gewöhnt.

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