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Neue Helden, neue Götter




20. März 2022

 

T: Ich weiß, wir wollten eigentlich viel mehr über Magie sprechen, aber kannst du mir etwas über Superhelden erzählen – und warum die Superhelden-Geschichten die alten Legenden abgelöst haben?

i: Och, das kriegen wir schon unter. Du hast ja auch eine interessante Figuren-Sammlung direkt bei dir am Rechner.

[Direkt unterhalb meines Monitors stehen Figuren von Superman, Disney's Rapunzel und Marvel's Dr. Strange in einer Reihe. Auch Playmobil Feen, Schlangengöttinen und ein Druide, halb Mensch halb Hirsch, versammeln sich dort und sehen mir bei der Arbeit zu.]

T: Das stimmt. Natürlich liebe ich magische Geschichten – wie quasi jeder andere auch. Gerade Superman ist mein absoluter Liebling. Wahrscheinlich, weil er, ohne es einem aufzudrücken, das Paradebeispiel einer erleuchteten Person ist. Er rächt sich und andere nicht, und er hat ein legendär großes Herz für uns dumme kleine Menschen.


i: Das Beispiel eines aufgestiegenen Meisters ist ja auch sehr erstrebenswert. Deswegen wird auch immer wieder die Parallele zu Meister Yeshua bemüht. Es gibt ja nun noch mehr aufgestiegene Meister, aber den kennt man halt weltweit, was soll's. Früher wurden die (quasi) allmächtigen Götter in warnende Geschichten verpackt, damit du als Mensch ja nicht aus der Reihe tanzt. Das ist aber heute nicht mehr wirklich nötig – ehrlich gesagt vor allem deshalb, weil so ein großer Anteil eures magischen Wissens schläft.

Es ist ja nicht fort, es gibt immer Bemühungen, es zu reaktivieren. Aber im Moment schläft der Großteil dieses Wissensschatzes ziemlich fest. Jedenfalls in der breiten Masse. Heute können sich die Geschichten also darauf konzentrieren, dass du den Göttern und Magiern nacheifern sollst. Du sollst ihre Ruhe und Weitsicht verstehen und anwenden. Superhelden-Geschichten sind nicht anders als die Geschichte von Set, der seine Familie verrät; und Horus, der alles wieder herzustellen versucht. Ist der Showdown nicht der gleiche – Gott gegen Gott, Magier gegen Magier?

Interessant wird es doch erst dann, wenn Menschen in die Geschichte gewoben werden – denn dann bekommt ihr eure eigene inhärente Magie klar aufgezeigt. Superman hätte keinerlei Grund, einer Welt zu helfen, deren Einwohner tatsächlich mechanistischen Vorgängen unterliegen – und trotzdem glaubt ein Großteil eurer Wissenschaftler weiterhin an dieses völlig veraltete Bild von purer Ursache und purer, immer gleicher Wirkung. Warum sollte sich jemand dann die Mühe machen? Du machst dir als ein solches Wesen nur die Mühe, wenn du die gottgleichen Seelen in den Körpern erkennst. Selbst dann, wenn die Lebewesen selbst noch keinen großen Schimmer davon haben, was ihnen da innewohnt an Göttlichkeit. Wenn dir die Geschichten überhaupt eines zeigen, dann die Art und Weise, wie wir unsere Kommunikation in eure Richtung anpassen. Vor groben 50 Jahren war es noch der »Alien«, der gottgleiche Mann von außen, der fliegen kann und Menschen vor Feuern rettet. Da ist doch klar, dass ihr nicht so werden könnt. Er kann das alles Kraft seiner Geburt. Schön für ihn, schlecht für euch. Spul nach vorne und du hast Dr. Strange – einen MENSCHEN, der lernt, der mächtigste Magier der Erde zu werden und sie zu beschützen. Ganz anderer Ausgangspunkt, nicht wahr? Es gibt keinerlei Grund, warum er alleine bleiben sollte (und tatsächlich ist er das ja auch nicht. Es gibt ein ganzes Kloster voller Helfer etc.). Als der Moralkodex also hinreichend diskutiert war von solchen Außeneinflüssen wie Superman, fügten wir hinzu, dass die Geschichtenerzähler in Büchern und Kinos darauf pochen sollen, dass die Kraft in euch liegt. Unsere Tempelwände und Schriftrollen aus Tamera und Kemet [altes Ägypten] erzählen zwar in epischer Länge von Zauberern, aber diesen Zeitzeugnissen glaubt ihr ja nicht. Also passen wir uns an und geben euch etwas, nach dem ihr streben könnt. So einfach ist das. Übrigens ist das ganz große Magie. Euch zur besten Version eurer selbst zu machen, ohne dass ihr euch indoktriniert oder von Dogmen eingezwängt fühlt.

Ihr lernt am einfachsten und nachhaltigsten, wenn ihr gar nicht merkt, dass ihr im Klassenraum sitzt, sondern gerade gut unterhalten werdet. Stell dir mal ganz kurz vor, es gäbe AUSSCHLIESSLICH Bücher, Filme und Artikel über Geld, Gier, Missgunst, Mord und Totschlag. Wie man es anstellt, wie man betrügt und belügt – und natürlich damit davonkommt. Du weißt, dass eine Gesellschaft vollständig verloren ist, wenn diese Geschichten die Oberhand gewinnen. Wenn nicht gegengesteuert werden kann, zerbricht die entsprechende Kultur und verschwindet im Sand der Geschichte. Das geht schneller als du denkst. Seit also sehr froh über jedes kitschige Jugendbuch. Über jeden Rosamunde-Pilcher-Roman, in dem das Gute selbstverständlich siegt. Sei froh über Moralapostel und sogar über gehobene Zeigefinger. Sei froh über jedes einzelne Happy end. Und nimm dich in Acht vor jenen, die über Happy ends spotten. Selbstverständlich gibt es Geschichten in Grauzonen von Menschen in Grauzonen. Selbstverständlich geht nicht immer alles gut – weder in den Geschichten, noch im echten Leben. Aber wenn jemand keine Happy ends mehr ertragen kann, dann liegt das Licht dieser Person im Sterben. Und dann ist höchste Eile geboten.

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2 commentaires


Liebe Tanja, bietest Du heführte Meditationen denn auch schon online an? VG

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Das ist irgendwie lustig. Dann gibt es also Geschichten, die erzählen, was ein Mensch auf magischer Ebene erreichen kann und wahrscheinlich auch Texte, die erklären, wie man das lernt. Weil es aber keiner glaubt, gibt es bestimmt viele Interpretationen darüber, welche Symbolik diese Geschichten verwenden....

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