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Das Sandkasten-Gleichnis

17. August 2021



[Ich versetze mich in meine weiße Matrix, aber das Lied in meiner Playlist ist so gut, dass ich schnell beginne, mitzutanzen und zu singen. »No good« von Kaleo ist aber auch granatenmäßig! Ich habe nicht das Gefühl, dass es mein Umfeld – das definitiv da ist – stört. Ganz im Gegenteil! Ich kann mich so sehr vertiefen, dass es einer richtigen Ekstase gleicht. Ich weiß, mein Energie-Output im Moment muss GIGANTISCH sein. Ich stelle mir die Lichtsäule vor zwischen der Erde und dem Weltall. Sie ist nicht nur dick und strahlend, es ist fast ein Hurrikane aus Licht. Und es macht so absurd viel Spaß!! Dann ist das Lied vorbei, und alles beruhigt sich wieder.]

Namaka: Ein ekstatischer Tänzer hilft der geistigen Welt mehr als zehn Gläubige, die auf Knien rutschen. Eine wahrhaft traurige Tatsache, nicht wahr? Weil ihr so oft gesagt bekommt, vor Gott zu kriechen. Nichts könnte Alles-was-ist weniger wollen als euren blinden Gehorsam, geboren aus Angst. Das nicht fragen, nicht singen, nicht ekstatisch werden. Ihr könnt Ekstase doch nur hier genau in dieser Form erleben, also was hätte es für einen Sinn, sie euch zu verbieten? Bleibt natürlich in einem gewissen Rahmen, ganz klar. Bedrängt niemanden, und bevor ich es vergesse: Tötet auch keine Tiere für euer Fest!

T: Tja, viele Leute würden jetzt die Anschlussfrage nach den Orgien stellen. Magst du was dazu sagen?


N: Ich bin da zwar keine Expertin, aber die Regeln haben dauerhaft Bestand: Wenn du niemanden drängst, mitzumachen, sondern mit anderen GEISTIG Erwachsenen feierst, die die Tragweite ihrer Teilnahme überblicken können – go ahead. Wir halten euch nicht auf. Ich habe das Wort »geistig« hier so hervorgehoben, weil es öfter mal Diskussionen darüber gibt. Und die Grundwahrheit ist hier folgende: Du findest 12-Jährige mit der geistigen Ausstattung von 40-Jährigen, weil sie schon so viel erlebt haben und sich an so vieles aus früheren Leben erinnern – und du kannst 30-Jährige finden mit der Naivität eines 5-Jährigen, weil die Person vom Leben und der Welt noch rein gar nichts gesehen hat.

T: Da ist es schon wieder. Diese Frage, wie zur Hölle wir eigentlich bei diesem Thema gelandet sind.

N: Du hast gefragt.

T: Jaja, weiß ich doch. Was wolltest du heute eigentlich besprechen?

N: Es gibt kein »eigentlich«, und ich habe keinen Lehrplan mitgebracht.

T: Du hast nichts, was du dringend mal loswerden müsstest uns Menschen gegenüber?

N: Du meinst, abgesehen von der üblichen Leier? Dass ihr gefälligst aufhören sollt, die Ozeane zu vermüllen und Gift hineinzukippen und meine Wale abzuschlachten? Also den Text habe ich immer parat!

T: Das glaube ich. Es tut mir leid, dass es nicht noch schneller geht. Aber immerhin wird an Millionen Ecken an den Problemen gearbeitet. Sie werden endlich angepackt. Es wird gefiltert, (Mikro-)Plastik allerorts verboten und so weiter. Man kann kaum noch Umweltschweinereien verursachen, ohne dass es einen riesigen Aufschrei gibt. Boykotte, ob es nun eine Öl- oder eine Waschmittelfirma ist.


N: Nun, es wurde auch Zeit, nicht wahr? Im Übrigen wird es genau so kommen, wie einige schlaue Köpfe es prophezeien: Es wird noch einen weltweiten RUN auf die Rohstoffe im Ozean geben – es werden Flotten ausgesandt werden, um das ganze Plastik wieder einzusammeln. Weil sein Wert täglich steigt. Jeden Tag tickt die Uhr und jeden Tag wird es ein ganz kleines bisschen teurer, aus dem Öl im Boden ein nutzbares Plastikprodukt zu machen. Der viel beschworene »break even point« muss kommen, das ist ganz simple Betriebswirtschaft. Jeden Tag weniger Öl im Boden, jeden Tag ist es schwieriger zu erreichen. Ich muss also im Grunde nicht viel tun, ich muss nur abwarten.

Und ich habe viel Geduld.


Ich habe Millionen Jahre damit verbracht, die ersten kleinen algenartigen, ein- und mehrzelligen Lebewesen in den Schlaf zu wiegen und sie zu nähren. Aus mir wurde das Leben auf deinem Planeten geboren. An meiner Brust habe ich es genährt. Ihr vergesst das zu oft, wie ich schon sagte.

T: Bitte erzähl weiter, ich liebe deine poetische Ader!

N: Ähnlich wie Gaia bin ich eines euer vielen Elternteile. Man könnte sagen, eure Kinderkrippe wird geleitet von Gaia, mir, dem Mond und der Sonne. Da ist es doch kein Wunder, dass wir vier so dauerhaft verehrt werden wie kein anderer Aspekt. Damit will ich den geneigten Monotheisten gar nicht an den Karren fahren. Warum sollte ich das? Es gibt ja tatsächlich nur EINES zu verehren – Alles-was-ist! Ob du uns »große vier« sammelst unter dem Begriff Universum oder Gott oder Allah? Details.

T: Du hast also wirklich bewusst auf das sich entwickelnde Leben acht gegeben, damit es sich weiter durchschlagen kann?

N: Wir tun doch den ganzen Tag nichts anderes! Mein Job hat sich nicht verändert – ich habe auf das unendliche POTENZIAL in Form dieser Algen ebenso gut acht gegeben, wie ich auf das UNENDLICHE POTENZIAL in euch acht gebe! Vor. uns. sind. alle. gleich. Glaubst du im Ernst, die kleinen grünen Fleckchen [specks] im Ozean hätten sich längerfristig durchgesetzt ohne unsere Hilfe? Das ist doch das Lustige – wie immer hat jeder recht! Der Wissenschaftler, der sagt, alles hat sich per Evolution entwickelt, hat irgendwie recht; und der Gläubige, der sagt, Gott hatte hier seine Finger im Spiel, hat ebenso recht.


Selbst die zynischen Personen, die Gott als Kind in einem galaktischen Sandkasten sehen, haben irgendwie recht. Niemals vergessen solltet ihr aber, dass dieses Kind ein vollständig bewusstes, egofreies »Kind« ist. Solche Dinge wie Wutanfälle und frustrierte Zerstörungswut sind dem Allbewusstsein fremd. Das Bild des (mit euch) spielenden Kindes ist daher sehr problembehaftet. Ein Kind ist nicht schuldfähig, und in dem Bild ist ja auch sonst keiner anwesend, der es zur Not zurechtweisen könnte. Aber eine Sache ist doch gut an dem Gedankenkonstrukt: Das Kind ist einsam. Es hat nichts außer seinem Sandkasten! Lies das noch einmal ganz langsam: Gott hat nichts außer seiner »Spielwiese«. Nichts außer euch. Nichts außer uns, genau genommen.

Glaubst du im Ernst, ein einsames Kind würde sich eine Spielwiese voller buntem Leben schaffen, nur um Teile davon immer wieder zu zerstören?

In der Einsamkeit ist dir jede Schnecke heilig, die dich anblinzelt. Jeder Vorgang schürt das Staunen und den Willen, immer noch mehr tolle Dinge zu entdecken. Wenn dieses Kind überhaupt irgendwie in seinen »Sandkasten« eingreift, dann immer helfend. Immer rettend. Immer aufbauend.

Damit nichts ertrinkt, nichts zusammenfällt und nichts stirbt. Es gibt ja auch keine größere VERANTWORTUNG im Universum als diese. Es ist genau so, wie die guten Comics und Filme sagen: »Aus großer Kraft wächst große Verantwortung.«

T: [grinst] Spider-Man.


N: Grins du nur, es ist einfach universelle WAHRHEIT! Aus ultimativer Kraft (Gott) wächst also ultimative Verantwortung. Völlig logisch, oder? So kann man in zwei Absätzen den BENEVOLENTEN GOTT beweisen. Und alles, was man brauchte, war ein philosophisches Bild (Sandkasten + Kind) und ein Comicheft.

T: (lacht) Du bist so unglaublich cool.

N: Danke. Das Wort ist ziemlich neu, aber ich mag es. Musste mir schon Schlimmeres anhören, weiß Gott.

T: (lacht) Tut mir leid, ich muss noch mal ganz kurz an die Orgien oben anschließen. Kann es sein, dass gar nicht das Prinzip der Ektase oder Orgie das Problem ist, sondern die Substanzen, die gern dabei genommen werden?

N: Ja diese Regel hat tatsächlich IMMER Bestand: Wenn du energetisch arbeiten willst – und die allermeisten menschlichen Zusammenkünfte haben dieses Ziel – dann trink nicht! Und nimm auch sonst nur etwas, was dir dein Schamane zu einem ganz bestimmten Zweck gibt. Wie immer geht es nicht um: »Tu es oder lass es«, sondern um Maß, Zeit und Ziel. Du bist alleine, hast nicht vor zu Channeln und trinkst gerne einen guten Schluck? Fein! Aber bei einer Zusammenkunft – bei der du ja eigentlich Spaß haben möchtest und dich vor allem möglichst lange daran erinnern können möchtest – lass das Zeug zu Hause. Es kann dir nicht helfen, es kann nur Angst betäuben. Geh ohne oder lass es. Alkohol (und viele andere Substanzen) entfernen dich von anderen Menschen, bringen dich aber deshalb noch lange nicht zwangsweise näher zu Gott. Denn wie dir jeder geübte Konsument sagen wird, gibt es noch einen Haufen mehr Richtungen als nur diese. Und du bist besser dran, wenn du diese Richtungen nicht erforschst.

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