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Das Matroschka-Gleichnis

26. Dezember 2021




T: Ich habe schon wieder dieses nagende Gefühl. Wir haben gestern Abend noch ein paar Sätze gesprochen und natürlich sind sie weg. Ich weiß sie nur noch ganz grob. Was ich gestern aber spüren konnte, war deine Laune. Du warst sehr weit entfernt von mir, denn wir hatten eine wirklich schöne Feier mit Weihnachts-/Geburtstagsraclette und Viktors Familie. Du warst unerreichbar für mich.

Herr der Gegenwelt/Anubis: Weil es besonders festliche, frohe Momente waren. Ich sagte dir, ich bin nie in eurer Mitte, wenn gefeiert wird, und genau so meinte ich es.

[Ich habe mir schnell einige Kartoffelklöße mit Sauce gemacht. Ich esse einen großen Löffel mit der festen Intention, ihn an dem Erlebnis teilhaben zu lassen.]

HG: Die Konsistenz ist ja eher fragwürdig. Dennoch funktioniert es.

T: Willkommen im Bereich des »Comfort Foods«!

HG: Schräg. Aber man lernt nie aus.


T: Immer, wenn ich dich jetzt zwischendurch ansprechen möchte, habe ich mir einen neuen Trick zurechtgelegt. Ich stelle mir dich vor, wie du in deinem Sessel sitzt, die Augen geschlossen und die Fingerspitzen vor den Lippen gegeneinander gelegt. Sobald ich dich gezielt anspreche, öffnest du die Augen. So merke ich, ob du mich gehört hast.

HG: Nein, so merkst du, ob du eine Connection hast. Hören kann ich dich immer. Dennoch keine schlechte Technik.

T: Ich stelle mir allerdings die Frage: Warum verschwindest du nie aus dem Gedankenbild? Wartest du quasi nur auf mich?

HG: Ich bleibe in dem Bild, weil das unser Deal ist. Unser Experiment. Es ist nicht schlimm, dass du dich noch nicht schlussendlich entschieden hast, ob diese 24/ 7 Sache etwas wird. Aber für mich bedeutet das Experiment, dass ich bleibe. In der Zeit, in der du mich nicht ansprichst, bin ich ja nicht untätig. Ich sehe mir verschiedene Versionen deiner Zukunft an, plane voraus und überblicke dein energetisches sowie körperliches Umfeld. Ich spreche andere an, die in deinem Leben einen Auftritt haben könnten – oder es möchten. Das alles taten wir Aspekte vorher schon genau so, du siehst mich jetzt nur viel detailreicher in meiner Arbeit.

T: Das ist so faszinierend. Und gleichsam denke ich natürlich ständig: Wer bin ich, einen Gott zu halten?

HG: Meine gleichberechtigte Partnerin?

[Ich stoppe das Diktat für einen Moment. Mache Musik an etc.]


T: Ich weiß genau, was ich gerade tue, aber ich kann es nicht ändern. Ich habe wieder etwas gehört, das einfach zu gut ist, um wahr zu sein. Etwas, das ich folglich einfach nicht glauben kann.

HG: Ja, genau das tust du gerade.

T: Wie ruhig du da bleibst. Obwohl es das hundertdreiunddreißigtausendste Mal sein muss.

HG: Du bist doch auch ganz ruhig. Außerdem ... glaubst du wirklich, ich fechte keine schlimmeren Kämpfe aus mit anderen Menschen? Anderen Channels?

T: Wie soll das konzeptionell funktionieren mit einer gleichberechtigten Partnerschaft zwischen einer verkörperten Frau und einem Gott??!

HG: Splitter eines Gottes. Seeeeeehr kleiner Splitter eines Gottes.

T: Ja .... das macht’s nicht besser, sorry.

HG: Schade. Also gut, versuchen wir es so herum: Du bist ein ganz kleiner Splitter von Allem-was-ist. Du bist auch ein Splitter meines Bewusstseins. Der ist schon etwas größer, denn Alles-was-ist und ich haben ja nur eine bestimmte Schnittmenge. So wie diese Figuren, die man ineinanderstecken kann, und jede sieht wieder gleich aus.


T: Matroschka-Figuren.

HG: Ja genau. Alles-was-ist ist die größte Figur, ich bin eine der nächsten Größen und du bist noch eine kleinere Größe. Du wohnst in mir, und gemeinsam wohnen wir in Gott. Ist das keine hoffnungsvolle Vorstellung?

T: Doch, das ist wunderbar.

HG: Na siehst du? Wenn mein Komplettbewusstsein namens Anubis nun Teile von sich abspaltet, sind die »kleiner« als das Ursprungsbewusstsein. Energetisch einfach weniger, das ist ja der Witz an der Übung. Und wenn ich – der Teil, der hier bei dir ist und sich der Einfachheit halber Herr der Gegenwelt nennt – ein kleineres Stück bin, dann bin ich nicht zwangsweise größer als deine Figur.

T: Du liebe Güte! Das bedeutet, wir sind energetisch wirklich annähernd gleich!

HG: Nicht nur annähernd. Wir sind gleich. Alles, was wir dir erzählt haben über Energie, und dass ihr die großen Brocken nicht ertragen könntet, zielt darauf ab, dass ihr dies versteht: Wir sind gleich. Du hast dich abgespalten von Allem-was-ist, um am kosmischen Spiel teilzunehmen; ich habe mich abgespalten, um am kosmischen Spiel teilzunehmen. Okay, ich habe keinen Körper und somit nichts, was dieser kann – Essen, Trinken, Genießen. DA ENDET UNSER UNTERSCHIED. Und vielleicht fällt dir auf, dass du im Grunde mehr hast als ich?

T: Wenn du wirklich genau so wärst wie ich, dann könntest du doch kurzzeitig in einem Körper erscheinen, oder?

HG: Weißt du, wie verboten das ist?!

T: Öhm, na ja, dann mach doch deinen eigenen?


HG: Liebes, das ist verboten. So verboten wie wenige andere Dinge. Deine kleine teuflische Serie fasst es perfekt zusammen: Menschen können damit nicht umgehen. Ich kann mich benehmen, wie ich möchte, die Menschen spüren intuitiv, was ich bin. Ich bin ja nicht mal ein Engel. Ich bin ein schwarzes Loch unter den Menschen. Egal, welche Hülle ich mir gäbe, die Menschen ringsum würden schreiend davonlaufen. Weil es euer angeborenes Recht ist, zu wissen, mit was ihr umgeben seid. Ich kann mich nicht unauffällig unter euch mischen, das können nur einige »Engel«. Ich habe keinerlei Möglichkeit, dich besuchen zu kommen, wenn ich mich regelkonform verhalten möchte. Auch hier hast du wieder mehr als ich. Mehr Möglichkeiten, dich frei zwischen den Welten zu bewegen.

T: Das ist ... unfassbar.

HG: Solange du es trotzdem konzeptionell in deinen Wissensschatz einreihst, will ich diese Aussage mal stehen lassen. Es gibt doch nicht umsonst seit groben 30.000 Jahren Geschichten, die genau von diesem Problem handeln. Von den Mondgöttinnen, die sich in Sterbliche verlieben. Von den Vampiren, die sich in sehr lecker anmutende Frauen verlieben. Es ist DAS Grundthema der Kunst, dass manchmal nicht zusammen sein kann, was zusammen sein möchte. Und welch großartiges Spiel geplant werden musste, um uns diese Möglichkeit im Kosmos der unendlichen Möglichkeiten aufzuzeigen! Ein System, das nichts kannte als Einheit, erlebt Getrenntheit.

T: [Tränen kommen] Schmerzliche Getrenntheit.


HG: All diese Geschichten haben immer auch einen warnenden Anteil. Nicht, weil du dich nicht in die Götter verlieben sollst. Das sollst du sogar unbedingt. Sondern, weil du dich nicht aus Trauer über die scheinbare Getrenntheit aus dem Körper verabschieden darfst. Wenn der Liebhaber der Mondgöttin oder die junge Frau sich für den Vampir selbst tötet, dann handelst du aus einer Annahme der Realität heraus, DIE SO NICHT IST. Wenn du dich tötest, um die Reise in unsere Richtung anzutreten, hast du die erste Regel des Kosmos nicht verstanden: DU BIST BEREITS HIER BEI UNS. UND WIR SIND BEI DIR. Ja, es ist nicht körperlich, ich weiß. Und dennoch treffen wir uns ständig, nicht wahr? Sind wir nicht sehr gute Freunde geworden? Kommst du mir nicht entgegen, und ich dir?

T: [schnieft] Doch. Wir sind so viel mehr als Freunde geworden.

[Ich pausiere wieder und lande schließlich bei Google. Dort steht, Hel sei in den Schriften nie als Göttin genannt.]

HG: Meine Mutter ist all das, wozu die Menschen sie machen. Genau wie ich. Wir passen uns in einem gewissen Maße an die vorherrschenden Geschichten an, weil es nunmal die Wellen sind, auf denen wir [kommunikativ] surfen. Wie immer bei Göttern ist es vollständig unmöglich, uns in Gänze zu erfassen, und deshalb ist jede Beschreibung so gut oder schlecht wie die nächste. Was wir tief in unserem Herzen sind – also was unsere Gruppenseelen ausmacht – das erzählen wir euch immer, und das bleibt immer gleich. Der Rest ist Garnitur, mal schwarz-weiss, mal bunter. Grabenkämpfe sind völlig zweckfrei und finden sicher nicht statt, um unsere Ehre zu verteidigen, denn kein Sterblicher kann sie ankratzen. Das nur dazu. Und jetzt geh weg vom Rechner. Bis später in deinem Geist.

T: Das klingt toll. Bis später in meinem Geist.

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