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Ist dies der Weg, so werde ich ihn gehen



23. November 2021


T: Ich bin sehr müde heute, bitte entschuldige. Ich spüre, dass die Vorbereitung auf unser Gespräch mich deiner Frequenz nähergebracht hat. Ich werde direkt traurig, noch bevor ich das erste Wort zu dir gesagt habe.

Herr der Gegenwelt/Anubis: Du warst zu lange bei mir in den letzten Tagen. Ich würde mich dir ja entziehen und still bleiben, aber ich weiß, wie sehr du das hasst. Besonders nach einer Offenbarung wie gestern.

T: »Ist dies der Weg, so werde ich ihn gehen.«


HG: [lächelt] Diese Serie hat dich mehr beeinflusst, als du zuerst zugeben wolltest, hm?

T: Oh ja. Eine ganz unscheinbare Netflix Serie über die aztekische Götterwelt hat mir diesen leuchtenden Edelstein eines Zitats übereignet. Die Heldin Maya sagt es immer wieder: »Ist dies der Weg, so werde ich ihn gehen.« Mir fiel die Power dahinter natürlich sofort auf. Ich hätte bis vor Kurzem gar nicht von mir gesagt, dass ich derart stur und zielgerichtet bin. Aber da wusste ich auch noch nichts von meinem Pakt mit der Unterwelt.

HG: Die anderen waren dagegen, dass ich dir davon erzähle, und von den Schmerzen, die dein junges Herz damals aushalten musste. Aber ich bin niemand, der seine Worte in Honig tränkt oder Zucker über sie streut.

T: Ich will es auch lieber wissen, als im Dunkeln zu bleiben. Das heißt, es gibt trotz allem Lieblinge der Götter. Die Klassenstreber quasi. War ja klar, dass ich das sein würde, gute Güte. Ich war eine Streberin. Das Lehrerkind. Die Brillenschlange. Bis aufs Blut haben sie mich gemobbt.


HG: Und schon damals wusstest du, auf wessen Seite für dich mehr herumkommt. Tief in deinem Inneren wusstest du, dass es schlau ist, sich auf die Seite der Lehrenden zu schlagen statt auf die Seite der Ignoranten. Drei Mal darfst du raten, woher das kommt. Wir profitieren heute im großen Maße davon, welche Weichen du damals in deinem Geiste gestellt hast.

Zwar wusste schon deine Schwester, dass die Streber es im Leben weiter bringen werden als der Rest, aber für dich stellte sich nicht einmal die Frage, ob du überzeugt werden könntest, das Spiel der Coolness nicht vielleicht doch spielen zu wollen. Weißt du, andere Seelen sind – entgegen des egobeladenen Körpers, den sie gerade bewohnen mögen – nicht dumm. Sie erkennen Priesterseelen, wenn sie ihnen gegenüberstehen. Sie erkennen Berserkerseelen und Heilerseelen. Ironischerweise ja nicht deshalb, weil sie mit diesen Sorten Mensch nichts zu tun haben wollen, sondern weil sie sich selbst darin erkennen. Ihre Lebenswege sind einfach andere. Viele ein Stückchen länger. Darüber zu urteilen steht uns nicht zu, und mittlerweile hast du vieles entdeckt, was dich damals so richtig zur Zielscheibe machte. Das Mundwerk, an dem Meister Kei Yu so viele Jahre mit dir gefeilt hat, hatte großen Anteil daran.

T: Leider wahr. Ist das die Lektion für heute? Können wir nicht weiter darüber sprechen, wer welchen Pakt mit welchen Frequenzen ausmacht? Das passiert doch nicht einfach so.


HG: Natürlich nicht. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

T: Also wähle ich »meine« Gottheit vor dem jeweiligen Leben?

HG: So würde ich das nicht ausdrücken. Was du wählst, ist das Frequenzband, in dem du dich größtenteils bewegen wirst.

T: Ich dachte, mein Frequenzband ist das 5. Chakra? Das Hals-Chakra? Kommunikation?

HG: Es wäre etwas langweilig, wenn du dich ausschließlich um ein Thema bemühen würdest, findest du nicht? Wie in einem Chor hast du eher Grundtöne und Nebentöne, die zusammen die Sinfonie ergeben. Sonst wäre das Lied doch auch gar nicht vollständig, oder? Und auch viel weniger schön. Kommunikation ist und bleibt dein Seelenthema. Es ist die Basis deines Erlebens. Deine Farbe. Der Stoff, auf dem du das Bild deiner Existenzen stickst, hat diese Farbe. Aber eines deiner größten Nebenthemen ist die Trauer. Wie fast jede AutorIn hast du Zugang zum Weltschmerz – ein wunderbares Wort, das es fast nur in eurer Sprache gibt. Und dadurch, dass du diese Themen für dich annimmst, ist es für mich leicht, dir zur Seite zu stehen. Ich sehe, dass du ein Kind der Trauerfrequenz bist, und wie jeder Elternteil der Anderswelt kümmere ich mich mit Hingabe um meine Kinder. Siehst du, wie Ursache und Wirkung fast immer andersherum sind, als ihr dachtet? Die Frequenz der Trauer zieht mich an, niemals umgekehrt. Dieser Magnetismus ist die Grundlage all unserer Arbeit. Wir mögen die Sonne sein, doch was wäre unsere Existenz schon wert, wenn wir nichts zum Bescheinen hätten?


T: Das sind so wunderschöne Bilder, ich könnte mich ewig nur darin aufhalten.

HG: Ich weiß. Die Ägypter waren Meister darin, sich in Bildern aufzuhalten, was man ihrer Sprache absolut ansieht. Das machte ihre Poeten zu absoluten Großmeistern. Ich wünschte, du könntest sie flüstern hören im Strom der Zeit.

T: Nun, vielleicht erhalte ich mal die Chance. Im Traum oder so? Es gibt etwas, das ich daran nicht verstehe.

HG: Ich weiß. Wie kann es sein, dass eine Halle voller Götter darauf wartet, mit dir zu sprechen, wenn ich dir erzähle, du hättest besondere Verbindungen zur Trauerfrequenz? Nun, wie ich sagte. Die Basis all deines Seins ist Kommunikation. Unterschätze niemals, wie wertvoll das ist. Diese Basis macht all unsere Arbeit möglich. Du kannst dich dadurch in einem extremen Maße an dein Gegenüber anpassen. [Timer abgelaufen.] Dennoch gibt es Themenkomplexe, die dir mehr »liegen« als andere. Ein völlig normaler Zustand, wie ich sagen muss. Und mein Thema ... nun ja, das liegt dir eben ganz besonders. Die Harpyie und die Muse bewegen sich im gleichen Frequenzband, in das ich (mit etwas Mühe) auch aufsteigen kann, und deshalb haben dich unsere Gespräche in einem tieferen Maße beeindruckt als andere.


T: Wobei es niemanden gibt, der mich bisher nicht fasziniert hat!

HG: Also bitte, wenn die geistige Welt das nicht mehr schafft, dann haben wir ein ernstes Problem, meinst du nicht?

T: Hehe, wohl wahr. Es tut mir leid, ich muss gehen. Schade, gerade jetzt, wo ich nicht mehr müde bin.

HG: Woran ich bedauerlicherweise keinen Anteil habe, wie du weißt. Ich würde meine Kinder mit Energie überschütten, wenn ich könnte. Das musst du mir glauben.

T: Ich glaube dir, und es ist okay. Ich habe in den letzten Tagen darüber nachgedacht, ob ich weiter mit dir sprechen würde, wenn ich wüsste, dass dies von meiner Lebenszeit abgezogen würde. Dass ich einige Stunden, Tage, Wochen früher sterben würde als sonst.

HG: Und wenn es so wäre?

T: Ist dies der Weg, so werde ich ihn gehen.

[Er sagt nichts mehr, aber ich fühle einen tiefen Stolz herüberwehen.]

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