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Tulpas, Golems, Götter (II)



26. Februar 2021


[Obwohl ich Cernunnos zugesagt hatte, schnell das Thema wieder aufzunehmen, kam ich doch erst beinahe 24 Stunden später zum Channeln.]


T: So, da bin ich wieder. Bitte vergib mir. Leben und so ...

C: Wie du so richtig vermutest, ist für mich keine Zeit vergangen.

T: Praktisches Konzept!

C: Eher andersherum. Euer Konzept ist unpraktisch. Aber nötig.

T: Bitte lass uns weiter über Nymphen sprechen. Ich finde dieses Konzept so wahnsinnig spannend! Du hast gesagt, sie sind Interpretationen der dahinterliegenden Frequenzen. Im Grunde trifft das aber für die Interpretation von »Cernunnos« auch zu, nicht wahr? Was ich an Form an dich heran interpretiere – und ich erinnere mich, wie »Green« aus dem Rat der Farben aussah! – kommt dir ja auch nur maximal nahe. Ist somit nicht jede vom Menschen erdachte Form Nymphe statt Gottheit?

C: Im Grunde ja, aber du vergisst, dass wir ja mittlerweile (wieder) ein Wörtchen mitzureden haben. Der Diskurs ist offen, wenn man so will, und das ist hervorragend und richtig so! Wenn du »nur« im Augenwinkel etwas an deiner Wasserquelle wahrnimmst und es zu Hause aufmalst als grünes Mädchen mit Borkenhaut und Mooskleid, dann hast du eine Nymphe geschaffen. Hier liegt überhaupt keine Wertung enthalten. Meine Völker freuen sich, wahrgenommen zu werden. Wer lässt denn nicht gerne sein Porträt zeichnen?Selbstverständlich hast du nur eine winzige Teilmenge meiner »Persona« ausgemacht und kreativ ausgedrückt. All das ist Teil des ewigen Spiels zwischen den Körperlichen und den Nicht-Körperlichen. Siehst du jetzt, wie tödlich für unsere Kommunikation es ist, wenn einer daherkommt und dir verbietet, Gott in einer anderen Form als der seinen zu zeigen? Wer sagt: Nur ein Abbild von Jesus mit zwei Armen und zwei Füßen ist korrekt, jedes Bild von einem Baumgeist wird mit dem Tode bestraft – der versündigt sich vor dem völlig natürlichen Spiel, das wir spielen. Es gibt keine größere »Sünde« gegenüber Gottes Spiel, als es zu verhärten und in seinen Möglichkeiten einzuschränken. Seht das doch ein!


So, du hast nun also eine Nymphe gemalt. Gerne kannst du sie anderen zeigen, und diese anderen sagen dir vielleicht, ihr Erleben an dieser Quelle war ähnlich. Oder ganz anders. Alle haben recht, wie du weißt. »Alle« heißt aber, du hast nicht weniger recht als die anderen! Im Idealfall gehst du am nächsten Tag zurück zu der Quelle, setzt dich ganz still hin und versuchst, das schöne grüne Mädchen wiederzutreffen. Vielleicht gelingt es dir, und vielleicht erlebst du über Jahre und Jahrzehnte noch mehr herrliche Sachen. Und jetzt kommt der wichtige Teil: Wenn du zwanzig Jahre lang im Wald, an Quellen und auf Moos gegessen hast und hunderte Energien getroffen hast; wenn du mit meinem Volk zwanzig Jahre lang gesprochen hast ... dann kannst du einen winzigen Blick erhaschen auf die unendlich vielen Dinge, die mich ausmachen. Du brauchst von meiner Gesamtheit dann wahrscheinlich kein Bild, denn du kennst ja meine Teile. So studierst du Gott. Und es ist kein Wunder, dass viele Menschen ein Leben in Einsamkeit am Ort ihres Studiums gewählt haben, damit niemand ihnen in dieses Studium hineinreden kann. Damit sie jede Beeinflussung ausschließen können. Wenn du hingegen glaubst, du müsstest nur eine Kirche betreten und die dortigen Bilder lange genug anschauen, um Gott kennenzulernen ... nun ja, viel Glück damit.


T: Hihi. Also dann finde ich, ich habe das in meinem Leben gar nicht so schlecht gelöst! Von Anfang an war mir der vorgekaute religiöse Brei so suspekt, dass ich nie offiziell unter die Fuchtel einer Kirche gekommen bin. Keine Taufe, keine Konfirmation, kein gar nichts. Lieber habe ich mit 18 Jahren Channeln gelernt und mir meine Fragen sofort von den richtigen Stellen klären lassen!

C: Ganz ehrlich, ihr wärt dadurch zwar alle »zu Fuß« unterwegs [ohne weise Ratgeber:In] und somit langsam, aber eure Welt wäre eine friedlichere. Und außerdem könnten wir euch viel schneller und einfacher die ganzen Updates durchgeben, die manchmal eben nötig sind. Gespürt werden diese von ganz alleine von den Körperbesitzern. Aber sie in Worte fassen zu lassen, das ist ein schrecklich langwieriger Prozess. Die Wahrheit ist: Die Anleitung for »me, you, the universe and everything« würde mindestens einmal pro Sonnenumrundung eine Aktualisierung erfahren, wenn sich doch nur genug Leute hinsetzen und sie verfassen würden!

Momentan bekommt ihr alle diese wunderbaren Spielzeuge namens »Körper«, »Gehirn« und »Geist« ausgeliefert und freut euch daran, aber die Anleitung, die die meisten beigelegt bekommen, ist aus dem ersten Jahrhundert christlicher Zeitrechnung. Uff! Kein Wunder macht nichts irgendeinen Sinn!! Wenn du dir einen schicken neuen Laptop liefern lässt, und die Bedienungsanleitung hat die drei Buchstaben D, Os und S* vorne drauf, na gute Nacht. Da ist es doch völlig natürlich, dass ihr das Spielzeug lieber auf eigene Faust erkundet. Wenn es doch nur nicht so verflixt komplex wäre, hm?


T. Mein Lieber, das war wieder große Klasse. Hast du vielleicht noch eine schnelle Anmerkung für meine Webseite? In drei Tagen soll sie online gehen und natürlich habe ich das Gefühl, nicht genug dafür getan zu haben. Irgendwelche Einwürfe?

C: Nein, der wichtigste Punkt ist dir alleine aufgefallen.

T: Das ist wahr. Ich werde meinen Claim, also mein Motto noch einmal leicht abwandeln. Aber dann ist er hoffentlich perfekt.

C: Die Sache wird sich selbstverständlich weiter entwickeln, weil auch sie natürlichen Prinzipien folgt. Aber für den Start bist du gut ausgerüstet, also los.

T: Danke dir!



*Für die jungen LeserInnen: Microsoft DOS war das erste, unter Privatleuten weit verbreitete Softwaresystem, quasi das "Ur-Windows" mit weißer Schrift auf schwarzem oder blauem Bildschirm. Man sieht bei modernen Windows-Rechnern dieses Hintergrundsystem nur noch beim Hochfahren ganz kurz, alles andere sind mittlerweile grafisch ansprechende Frontends.

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