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Warum ist Sonntag der heilige Tag?


03. März 2021


T: Mein Altar wächst und gedeiht. Ich habe so viele Dinge ausgegraben, die ich schon ewig hatte und die nur noch an einem Ort versammelt werden mussten. Vielleicht verstehe ich das mit der Raumdeko doch so langsam.

Cernunnos: Gute Deko macht dein Heim zum Tempel. Zu einem Ort, an dem sich die Feen und Spirits wohlfühlen. Das beeinflusst zwar nicht ihre generelle Hilfsbereitschaft. Man muss uns, wie ich oft andeutete, nicht bestechen. Aber du hast schon bemerkt, welche wunderbare Frequenz DANKBARKEIT ist. Ein Gebet ist Vorschuss-Dankbarkeit, sonst ist es eine Forderung.

T: Hm, das ist schön gesagt. Wo ist denn deine Schwester?

Ostara: [aus dem Off]: Ich bin hier. Immer hier.

T: Sehr gut. Ich verstehe es langsam. Warum ihr immer sagt »Ich bin hier.« Wir Menschen müssen es wirklich zwei Millionen Mal hören, hm?

C: Und noch öfter.


T: Sagt mal, könnt ihr mir die Wochentage erklären? Neulich habe ich aufgeschnappt, dass der Freitag Freitag heißt wegen Freya und der Mittwoch Wotanstag wegen Odin/Wotan und der Donnerstag wegen Thor, Gott des Donners. Warum ist der Sonntag der heilige Tag? War er schon vor den Christen der heiligste Tag?

C: Du musst dir vorstellen, dass die Menschen früher ja im Grunde noch mehr »am rödeln« waren als heute. Nicht unbedingt im Kopf, aber mit den Händen. Hatte sich die Hausfrau endlich mal hingesetzt nach 14, 15 oder 16 Stunden Arbeit, war es gar nicht so unwahrscheinlich, dass sie noch Nadel und Faden zur Hand nahm. Es gab eben immer grauenhaft viel zu tun. Es musste also früh eine verordnete Pause her.

Denn wer immer nur arbeitet, macht seine Muskeln mürbe und auch seinen Kopf. Außerdem mussten wir euch daran erinnern, dass es eben noch mehr gibt als nur das Körperliche. So kam das mit dem »7. Tage«. Wobei das mal wieder eine furchtbare Umschreibung ist. Sabbat trifft es besser, denn das heißt ja innehalten, Pause machen. Außerdem hat man dann weniger das Problem, dass man eine 7-Tage-Woche braucht, denn die hatten traditionell gar nicht mal so viele Völker. Es macht – wie du ja weißt – auch nicht bis zum Schluss Sinn.

Also jedenfalls, so kam der Vorschlag von uns, einen Tag zu ruhen und sich um die SEELE zu kümmern statt um die Felder. Wie heute noch in England ist der Sonntag eigentlich der ERSTE Tag der Woche statt der Letzte. Das macht Sinn, weil der Sonnenaufgang am Anfang steht, ebenso wie Dankbarkeit am Anfang unserer Beziehung stehen sollte. Die Sonne ist zudem natürlich die ursprüngliche Gottheit schlechthin, das ist ja nicht erst seit RA so.


T: Es hat aber sicher geholfen, dass er der Sonne nochmal so viel Platz eingeräumt hat.

C: Ja nun, was sollte er auch machen. Er brauchte etwas, dass ihr nicht verbiegen und gegen andere einsetzen könnt, also nahm er die Sonne, denn der Mond war ja bereits hinreichend bekannt, aber eben subtiler. Egal jetzt.

T: Nein, darauf sollten wir bald mal zurückkommen.

C: Von mir aus. Jedenfalls BEGINNT die Woche am Sonntag mit dem Dank für alles, was war, und alles, was die geistige Welt diese Woche für dich tun wird.

T: Wie was?

C: Na hör mal ... wir hören NIE(!) auf, in eurem Sinne zu arbeiten. Keine Minute lang. Wir schaffen »Zufälle« und Verknüpfungen und hören eure Sorgen an. 24/7-Hotline. Störungsfrei, wenn ich das mal ganz stolz sagen darf.

T: Hihihihi.

C: Tja. Die Leute wussten also, wenn wir am Sonntag die Woche geistig abstecken, die anliegende Arbeit grob planen und um Hilfe bei all diesen Sachen bitte, flutscht alles besser.

T: Oha. Das macht verdammt viel Sinn.

C: Nicht wahr? Dann kam das Christentum (nicht nur, aber egal) und vertauschte mal wieder Ursache und Wirkung und brachte heilloses Durcheinander.


T: Sagt die Kirche denn, dass man am Sonntag rückwirkend Danke sagt oder so? Ich hab ja noch keine fünf Mal in meinem Leben etwas von einer Kanzel anhören müssen (Danke dafür!), aber wie wird das verkauft?

C: Schuften, Schuften, Schuften, Schuften, Schuften, Schuften und dann auf Knien rutschen und dafür beten, dass man währenddessen nicht gesündigt hat. Das ist die Kurzfassung.

T: [lacht.]

C: Es ist so! Ist doch kein Wunder, dass denkende Menschen davon so genervt sind. Du sollst uns nicht dein Tagebuch der Woche erzählen (»beichten«), du sollst am Anfang der Woche mit uns planen, was wir gemeinsam(!) anpacken müssen!!

[Timer abgelaufen.]


Was du gedacht und gemacht und insgeheim dem Nachbarn an den Hals gewünscht hast, das wissen wir doch sowieso schon längst. Ein Gott, dem du das erst per Sprache und Sprachrohr (Pfarrer) wie ein Telegramm zukommen lassen musst, ist ja wohl keinen Pfifferling wert.

T: Du rennst ja bei mir – und sicherlich auch bei vielen anderen – offene Türen ein. Ich finde es herrlich, ich könnte dir da tagelang zuhören! Leider muss ich jetzt aber los, bitte seid nicht böse.

C: Nein, ist schon in Ordnung.

T: Sag mal ... meinst du, ich könnte tatsächlich RA sprechen?

[Sie machen sich lachend und kichernd aus dem Staub, aber ich weiß, dass sie nicht über mich lachen. Eher so, wie man über ein Kind lacht, das fragt, ob es später auch mal erwachsen sein wird, oder ob das optional ist. Aber eine Antwort bekomme ich nicht.]

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