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Zorya



22. März 2021


T: [Atmet tief durch. Konzentriert sich.] Zorya. Dein Name ist Zorya. Wie die meisten Gottheiten hast du Tausende Namen bekommen über die Zeiten hinweg, aber Zorya ist ein fester Begriff für dich. Das, was deinem Namen aus unserer Warte am nächsten kommt.

[Sie nickt und lächelt ganz leicht.]

Z: Das bin ich. Der Morgen, der Abend und die Mitternacht. Wie Vater, Sohn und heiliger Geist, nur war ich wie üblich zuerst da.

T: [grinst] Wie Cernunnos.

Z: Wie alle anderen. Ihr habt aufgehört, Götter zu erdenken seit dem gefälschten Heiland. Zuhören tun einige wenige noch. Ein Glück. Aber es werden keine Neuen erschaffen. Wie auch? Die Frequenzen sind durch uns vollzählig besetzt. So wie rot, orange, gelb, grün, blau und violett zusammen weiß bilden ist euch das ewige Pantheon in seinen Grundzügen bekannt. Nur Götzen kommen neue dazu. Hier liegt der Roman [»American Gods«] übrigens »falsch«, wenn man in einem »fiktiven« Werk überhaupt von »falsch« sprechen kann. [Es kommen keine neuen Götter hinzu, schon gar keine mit Zuständigkeit fürs Digitale u.ä.]

T: Du hast eine sehr direkte Art, dich auszudrücken. Russisch kurz und knackig, möchte ich sagen. Ich mag das.


Z: Im slawischen Raum redet man keinen Bockmist. Oder »Bullshit«, wie ihr jetzt sagt. Was vorne rauskommt und was hinten rauskommt, sollte sich bitte unterscheiden.

T: Hehe. Kann ich dich trotzdem etwas fragen?

[Sie nickt.]

T: Du hast eben gesagt »der gefälschte Heiland«. Durch unsere Verbindung weiß ich, dass natürlich Yeshua gemeint ist. Aber dennoch: Wer hat den Heiland gefälscht? Wie hast du das genau gemeint?

Z: Sieh dich um und sag du es mir. Es gab nur wenige Dinge, um die er damals bat. Man solle seinen Körper und Geist nicht anbeten – hält sich keiner dran. Man solle die Liebe als oberstes Gesetz walten lassen – hält sich keiner dran. Man solle nicht an Schriften und Gesetzen hängen, sondern seinem Verstand und seiner Intuition die Zügel in die Hand geben ... hält sich kaum einer dran. Deine süße, süße Lilly hat es in einem Satz auf den Punkt gebracht, und sie war damit nicht die Erste: Von allem, was er war und sagte (was alle Lehrmeister der Bibel schrieben), blieb ein Gesetzbuch, dass dir Tod und Hölle androht für den dümmsten kleinen Übertritt. Das Neugeborene in die Vorhölle schickt, weil ihnen niemand Wasser über die Stirn geträufelt hat.


Könnten Rituale euch anschreien, die Taufe schrie am lautesten. Aus Frust.

T: Uff. Harter Tobak. Aber du hast natürlich recht, was soll ich sagen. Ich kann zu meiner Verteidigung wohl nur sagen, dass ich dieses System nicht weitertrage. Dass ich es nie anerkannt habe und noch viel weniger meinem Sohn lehre. Aber sag mal, warum bist du zu mir gekommen, und warum gerade jetzt und nicht vor zwei Wochen?

Z: Ich bin ungeduldig. Ich wollte nicht länger warten. Du bist gerade an einem Übergang und glaubst, dass du eine Chronik von Hel anfertigen kannst. Vielleicht wird es dir sogar gelingen, wahnsinnig genug bist du ja.

T: Danke für die Blumen ...

Z: Ostara hat dich nun genug beansprucht, finde ich. Noch mindestens bis Ostern ist dein offizieller Gast Cernunnos, damit kann ich leben. Er ist großzügig, er wird auch mir etwas Platz einräumen. Und am Ende wirst du auf ein Werk zurückblicken können, das es wert ist, durch die Zeit gerettet zu werden.

T: Ich kann es sehen. Wenn ich mir ein Bücherregal vorstelle, träume ich schon länger von einer Buchreihe in den knalligen Farben der Chakren. Violett für Meister Kei Yu, sandgelb für Jormungandr und so weiter. Wenn ich mir nun vorstelle, wie viele es schon jetzt theoretisch sein könnten. Am Ende hätte ich einen Kodex Gigas.

Z: Nur eben nicht mit Halbwahrheiten oder handfesten Falschvorstellungen. Du hättest »Das Wort der Götter«. Zeile für Zeile, Buch für Buch. Nicht »Gespräche mit Gott«, sondern »Gespräche mit den alten Göttern«.

T: [schließt die Augen] Mein Gott.

Z: Nein. DeinE GöttER.


T: Heißt das, ich kann mir irgendwann aussuchen, mit wem ich mal sprechen möchte?

Z: Wirf doch mal was in den Raum.

T: Toth.**

Z: Warum nicht, netter Kerl. Bisschen verstaubt, das kommt durch die vielen Bücher und Schriftrollen ... und den Sand, hehe. Aber sonst? Der Schreiber der Götter. Gute Wahl. Es war klar. Wer noch?

T: [denkt nach.] Du liebes Bisschen, ich habe das Gefühl, nicht genug Götter zu kennen. Ähm ... warte! Loki. So komisch es klingt. Loki würde ich gerne mal sprechen – wenn er mein Leben in Ruhe lässt.


Z: Hat Jormungandr jemanden ertränkt, den du kennst? Hat Ostara dir eine Hasenfamilie auf den Hals gehetzt, die deinen Garten verwüstet? Hast du dich bei Gewitter im nächstlichen Wald verlaufen? Warum sollten wir das tun? Wir WOLLEN doch was von dir, da müssen wir dich schon pfleglich behandeln.

T: Ja, das ist generell sehr nett von euch, und ich weiss, dass ihr es gut mit mir meint. Immer! Und ich könnte wirklich RA sprechen? Und Kryon?

Z: Oh, Kryon ist kein Gott. Da missverstehst du etwas. Er sagt nicht umsonst in jedem Intro, dass er vom »magnetic service« ist.

T: Was heißt denn das?!

Z: Du hast doch diese niedliche Bild bekommen mit dem Stapel Pfannkuchen.

T: [knurrt] Ja.

Z: Wehr dich nicht, es ist eine erstaunlich gute Metapher! Also, wenn die Pfannkuchen die Dimensionen mit Raum & Zeit sind, dann ist Kryon quasi ein Luftpartikel oder ein Klecks Sirup. Er hat mit dem eigentlichen Konstrukt, das wir gebaut haben, nur insofern zu tun, als dass er ein .... na ja ... Nachbar ist. Zwischen euren Holzbrettern ist er der Kleber und zwischen zwei Molekülen ist er Informationsaustausch (z.B. über chemische Botenstoffe oder so). Natürlich sind das alles schlechte Bilder, weil sie alle aus Materie gebaut sind. Aber mehr haben wir eben nicht wirklich zur Verfügung, also muss uns das genügen.

T: Man ist nur eine Gottheit, wenn man im Pfannkuchen steckt?

Z: [Sie kichert dreckig und zeigt mit dem Finger auf mich.] Du bist gut. Nein, man ist nur eine Gottheit, wenn man in einem der Pfannkuchen etwas zu melden hat. Etwas beeinflussen kann.

T: Ich würde sagen, Kryon beeinflusst viel. Durch seine diversen Channels.

Z: Kryon hat aber keine Grundlage. Ostara hat ihre Hasen und die Blüten. Cernunnos I-S-T der Wald. Kryon ist keine Sammelseele. Er ist keine Einheit, gebaut aus Untereinheiten, die unter euch Worte haben (Tier, Baum, Erde).

T: Liebe Zorya, morgen mehr? Unsere Zeit ist schon wieder um.

Z: Gern. Geniess meinen Abend.

T: Oooooh. Du meinst, weil es schon dunkel ist und es langsam aber sicher auf Mitternacht zugeht ...

Z: So ist es. Die Nacht gehört mir. Ich bin die Lebendigkeit der Dunkelheit. Der ungesehene Teil des Alltags – die Allnacht. Darüber werden wir noch sprechen.

T: Ich freue mich!!


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Nachtrag Febraur 2023, zur Zeit der Veröffentlichung: Hier musste ich gerade sehr kichern, denn mit GENAU DEM habe ich diesen Monat ausgiebig gesprochen!

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