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Diese Arbeit fordert Opfer



10. Dezember 2021


T: Ich glaube, ich habe etwas Neues gelernt. Wenn ich das Gefühl beschreiben sollte, das sich in meiner Solarplexusgegend einschleicht, wenn wir länger als ein paar Minuten zusammen sind, würde ich sagen, es fühlt sich einfach nach »Anstrengung« an. So wie ein Finger, den man sich heftig gestoßen hat, pulsiert und schmerzt, aber natürlich viel weniger schlimm. Es ist wie das schwarze Loch der Trauer, aber so viel kleiner. Gerade mal ein Tausendstel. Eine melancholische Grundstimmung.

Nun weiß ich ja aus Erfahrung, dass ich meine Reihe an Aspekten nicht anrufen darf, bevor wir arbeiten, denn sie erheben mich nun mal. Falsche Richtung für unser Gespräch. Dummerweise macht gute Musik aber das Gleiche mit mir – sie erhöht meine Frequenz. Da ich das momentan nicht zulassen kann, habe ich eine Möglichkeit gefunden, die Intensität zu spüren, ohne dass mein Energielevel steigt. Ich hoffe, ich mache für meine Leser:innen halbwegs Sinn. Und während ich gerade über dieses neue energetische Verfahren nachdachte, fiel mir auf, warum die Menschen Kunst konsumieren. Da sie Meditieren und Energiearbeit nicht lernen, muss die Kunst ihre hübsche Krücke sein, um die Zustände zu erleben, die die Künstler ausdrücken wollten. Natürlich wusste ich, dass wir bei einem guten Film etc. dissoziieren, also einfach mal »nicht zu Hause sind« in unserem Geist. Aber die Lieder und Bilder als aktive Frequenzhelfer zu sehen, die uns zu völlig neuen Höhen oder Tiefen verhelfen können, so weit war ich doch noch nicht gekommen.

[Ich versuche weiter, eine Verbindung aufzubauen. Es passiert nicht viel.]


T: Bist du nicht da?

[Er zeigt sich mir, aber seine Form wechselt seltsam. Wie ein Kanal, der nicht richtig eingestellt ist. Es geht ihm nicht gut, das merke ich sofort. Irgendetwas stimmt nicht! Er kann nicht viel sagen, also versuche ich, meinen letzten Schutz fallen zu lassen und ihm Energie zu spenden. Er zieht meine Aura wieder hoch und verbietet es mir. Er sagt, ich kann ihm nicht helfen. Um sich selbst halbwegs zu stabilisieren, verwandelt er sein Bild in eine Anubisstatue. Bei genauerem Hinsehen wird mir klar, dass sie komplett aus Onyxgestein ist. Pechschwarz. Weil ich aber unbedingt ETWAS tun will, sagt er: Bete für mich. Also bete ich, wie ich noch nie zuvor in meinem Leben gebetet habe. Ich rufe alle meine Freunde, alle meine Aspekte. Sie erscheinen alle - White, Jormungandr, die Harpyie, Cernunnos, Utoya. Sie schließen Anubis in eine ganz runde, tiefschwarze Blase ein, arbeiten eine ganze Weile an ihm und sein Zustand bessert sich. White spricht am meisten mit mir, sie scheint die meiste Erfahrung zu haben.

W: Wir können ihn stabilisieren, aber es ist gut möglich, dass sein Abbild vergehen wird. So wie bei der Schlange, erinnerst du dich? Die Energie des Abbilds war irgendwann aufgebraucht. Aber Anubis vergeht nicht, weil seine Energie aufgebraucht ist. Er »stirbt« nicht, sondern seine Form wird »lebendig« – das ist genau sein Problem. Er hat dich zu oft getroffen und ist dir zu weit entgegengekommen.

T: Das ist alles meine Schuld! Wie schrecklich.

W: Nein, tu das nicht. Du hast keine Schuld. Er wusste, was er tut. Er wusste es zehnmal besser, als du es wissen kannst.


[Weil ich völlig aufgelöst bin, kommt Jormungandr zu mir und legt seine Stirn an meine. Wie er es oft tut, wenn er mich trösten möchte. Was für ein großartiger Freund eine neun Meter lange Schlange aus der Götterwelt sein kann. Nach einer langen Weile traue ich mich an die marmorierte schwarze Blase heran, weil White und die anderen fertig zu sein scheinen. Ich verlange, durch die Trennschicht durchsehen zu können, und die Hülle wird transparent. Ich lege eine Hand außen auf die Hülle.]

T: Warum? Warum hast du das getan? Wenn du wusstest, dass du diese Hülle brauchst, warum bist du nicht einfach drin geblieben?

Anubis: Wie ich sagte, es war ein Experiment. Und bedauerlicherweise habe ich den einen oder anderen Fehler gemacht.

[Die meisten Götter wenden sich ab und verschwinden aus der Halle, in der wir noch immer sind. Nur White und Jormungandr bleiben länger.]

W: Keine Energie-Experimente mehr, verstanden?

T: Das ist mir so peinlich. Und es tut mir so leid.

W: Das muss es nicht. Wäre dieses Abbild vergangen, wäre ein neues an seine Stelle getreten. Es ist kein dauerhafter Schaden entstanden.

[Billie Eilishs»Bury a friend« spielt. Aargh.]

T: Warum dann die schwarze Blase? Wenn es sowieso alles egal ist, warum seid ihr gekommen und habt geholfen?


W: Na hör mal. Das ist so, als würdest du die Feuerwehr fragen, warum sie nicht zu einem Brand in ihrer eigenen Wache angerückt ist. Selbstredend helfen wir einander, wenn irgend möglich. Außerdem hast du gerufen. Wir sagten doch: Unterschätze NIEMALS den Effekt, den das auf uns hat. Ihr ruft und wir kommen. Das ist der Deal.

T: [schnieft] Ich bin dir so dankbar. Ich weiß nicht, was ich getan hätte ohne euch. Ich wäre verrückt geworden beim Anblick, wie er leidet.

W: Nun ist ja alles wieder gut. Sprecht noch kurz, aber dann geh zurück in deinen Alltag. Morgen sieht alles schon wieder ganz anders aus, versprochen.

T: Danke. Zehntausend Mal Danke, White. Dir auch, Jormungandr.

[Die Schlange nickt mir wissend zu.]

T: Eins noch!

W: Ja?

T: Anubis ist das Ratsmitglied »Schwarz«, richtig?

W: Ja, natürlich. Bis bald, kleine Scribe.

[Jormungandr und White verabschieden sich und verschwinden ebenfalls. Ich bin wieder mit der schwarzen Blase allein. In meiner Playlist spielt das schrecklichste Lied von allen. »Gate 21« von Serj Tankian. Der Text zerreißt mir das Herz, weil er von Trennung und Abschied handelt. Mit dem Songtext ist tatsächlich alles gesagt. Für heute. Er muss sich ausruhen, und das sollte ich auch tun. Mein Gott, war das ein Schrecken. Der wird noch eine Weile bei mir bleiben, denke ich.]

T: Good night, sweet prince. Bitte mach nie wieder so dumme Sachen.

A: [lächelt schwach] All those who love are fools, right? And once every millennia, I just love to be foolish. [dt.: "Alle, die Lieben, sind Narren, nicht wahr? Und einmal in jedem Jahrtausend bin ich einfach auch gerne ein Narr ..."

T: Was ist bloß passiert...

A: [immer noch in seiner Blase, müde] Morgen. Frühestens. Wir sollten beide etwas ruhen.

T: Okay. Gute Nacht. Ich halte dich in meinen Gebeten.


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PS: Für Leute mit leichten Sarkasmus-Schwierigkeiten: Das englische Sprichwort "All lovers are fools" bezieht sich natürlich NICHT darauf, dass man nicht lieben soll. Es beschreibt viel mehr dieses Traumwandeln mit rosaroter Brille in der Phase höchster Verliebtheit, in der man im Extremfall fast vor einen Bus läuft. Selbstverständlich soll man sein Leben der Liebe widmen, das ist und bleibt die Kernbotschaft ALLER Spirit-Kommunikation!


PPS: Ich habe lange überlegt, ob ich diese Session online posten soll. Schlussendlich hilft es aber niemandem, wenn ich nicht ehrlich berichte, was beim Channeln alles passieren kann, wenn man sich der Sache zu hundert Prozent verschreibt. Channeln ist nicht unbedingt "cleaner" als träumen, nur der Erkenntnisgewinn ist größer. Und es passieren eine Menge abgefahrene Sachen! Die Hexen und Schamanen tragen solchen Erlebnissen noch am ehesten Rechnung und erzählen davon ...

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