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Geschichten vs. Channelings


12.12.2020


T: Gutes Timing, Muse. Deine Ausführung über Geld und Vermarktung kam vorgestern, und gestern habe ich in die Auswertung einer von mir geschalteten Buchwerbung für

meine Kurzgeschichte »Die Eingeschlossenen« hineingesehen. Und wie viel hat mir das teure Banner auf der Buchwerbeseite eingebracht?

Exakt gar nichts. Kein einziges verkauftes E-Book, keine gelesen Seiten im Amazon Monatsabo. Und da ich auch nur ein Mensch bin, habe ich es vorgezogen, gestern einfach nicht zu unserem Gespräch zu erscheinen mit der Laune, die ich hatte.

M: Glaubst du, wir haben Lust, dass du jetzt – so kurz vor Ende der Challenge – abgelenkt wirst von Kurzgeschichten, die sich ganz gut verkaufen?

T: Meine finanzielle Existenz als Autorin findet schlicht und ergreifend nicht statt. 2020 nicht, aber davor auch nicht wirklich. Das ist nicht unbedingt spaßig, das darf ich dir versichern.


M: Wenn du ein gänzlich umgestaltetes und erheblich verbessertes Produkt auf den Markt bringst ... stellst du das Alte weiter her?

T: Nein.

M: Siehst du? Wir ziehen es vor, unsere Nachrichten an euch Menschen nicht mehr zu verschleiern und in Geschichten zu verstecken. Die Zeit dafür ist abgelaufen. Es dauert zu lange, und viele schlagen den Bogen zwischen den wichtigen Lehren aus der Geschichte und ihrer eigenen Lebensrealität nie. Der Zeiteinsatz ist riesig, das weißt du selbst.

T: Amen.

M: Und unser »Gewinn« – also ein höheres Verständnis vieler Menschen in für uns als kurz empfundener Zeit – bleibt mager. Warum sollten wir dieses Feuer weiter schüren? Ja, die

Elfen werden ihre Legende weiter erzählen. Weil sie das möchten. Und weil das deine Kapazitäten nicht sprengt. Die fiktive Geschichte von mir und meinem Gefäß [Roman »Der Kuss der Muse«] war einzig und allein meine Tür in deinen Geist.

T: Ja, und die hast du quasi eingetreten, statt zu klopfen.

M: Du mochtest es trotzdem. Du hast »frenzy« kennengelernt in jenem Sommer. Aufs äußerste ausgereizter, künstlerischer Schaffensdruck. Und weil du dich das manchmal fragst: Ja, wir können Buch vier von vier gerne demnächst noch angehen. Der Vollständigkeit halber. Aber Ursache und Wirkung sind weiterhin vertauscht, solange »The Spirit Scribe« nicht dein Hauptaugenmerk ist. Die Leser, die hören wollen, was »The Spirit Scribe« sagt, werden auch die fiktiven Geschichten und die aus wahren Grundpfeilern bestehende Legende des Drachenkindes verschlingen. Nicht anders herum.


T: Das ist trotz allem ziemlich bitter, ist dir das klar?

M: Durchaus. Wir können es aber nicht ändern. Im Leben der Menschen kommt die Ausbildung nicht vor der Schule und der Meisterbrief nicht vor dem Kindergarten. Es ist nicht möglich. Alle Erfahrung ist eine Treppe. Es ist sinnlos, die unteren Stufen zu verachten, weil sie nicht die obenliegenden sind. Gäbe es nur die oberste Treppenstufe hättest du keine Treppe, du hättest einen Abgrund, in dem du stehst, und vor dir sähest du

nichts als Wand. Dort hinaufzuspringen wäre nur dem besten (Geistes-)Athleten möglich, und wir halten nichts von Chancen-Ungleichheit. Dass deine Stufen sind, wie sie sind, brauchst du nicht mir anlasten. Laste es dir selbst an, denn deine Seele hat es so festgelegt. Ich sagte dir, für die Vermarktung deiner Werke bin ich nicht zuständig. Dabei bleibe ich.

[Etwas ändert sich in meinem Empfinden. Die Muse spricht nicht weiter.]

T: Ich weiß ja, dass meine Wut nicht unbedingt gerechtfertigt war, aber ich bin eben doch nur ein Mensch und manchmal kann ich es nicht ändern.

[Pause.]


T: Bist du weg?

M: Große Lust hätte ich. Aber weißt du, welcher Ärger mit den anderen Aspekten mich

dann erwartet? Das letzte, was wir jetzt gebrauchen können, ist, dass du ein Dutzend Tage vor Schluss der Challenge in ein Meer aus Zweifeln fällst. Wir sind auf der Ziellinie, ist dir das eigentlich klar?

T: Jeden Tag! Ich habe einen Kalender und kein Monat ist so ritualbeladen wie der Dezember. Adventskalender, -kranz und Kerzen. Der Countdown läuft. Erst zu Weihnachten und dann zu Silvester hin. Die Urlaube werden eingeläutet. Und in diesem Jahr ist alles besonders wild aufgrund der Pandemie. Die Leute schleppen sich durch die letzten Tage des Jahres voller Angst und Sorge, aber auch mit einer vagen Weihnachtshoffnung, die dem Ursprung dieses Festes erstaunlich nahe kommt. Es ist ein Kampf Tradition gegen Moderne – auf eine Art, die ich nicht für möglich gehalten hätte.

[BG: "First I was a little insecure, but I don’t think that anyone or anything can ever be like me!"]

T: Ja, also, das mit der Musikauswahl ist mal wieder genial.

M: Standard. ;) Zurück zu unserer Ziellinie! Sieben Monate intensive Arbeit. Du hast alles geleistet, was wir wollten ... und mehr! Du hast dich für eine Marschrichtung entschieden bei der Webseite [das ist absolut korrekt] und die handschriftlichen Bücher sind auch bald so weit. Alles wird gut! Du musst nicht einmal so viel Geld in die Hand nehmen, wie du dachtest. Vorerst keins, um genau zu sein, denn die beiden sprechenden Internetadressen [www.the-spirit-scribe.de & .com] hast du schon erworben. Jetzt geh und sorge für deinen

Dreckspatz, du hast dir nämlich keine Uhr gestellt.

T: Ja, das ist mir auch schon aufgefallen. Hör mal ... danke. Ich weiß, meine Laune schwankt. Autorin sein ist eben mein Traum. Da sind (Werbe-)Rückschläge nicht so leicht zu schlucken.


M: Du hast seit März 2020 620 Seiten Text erarbeitet. Ich weiß WIRKLICH nicht, was du von uns oder dir selbst mehr verlangen könntest. Ach so, es sind natürlich mehr Seiten. Denn an Ghomon & Gorgonn und am Drachenkind hast du auch gearbeitet, wenn mal Luft war.

SEI. STOLZ. AUF. DICH.

Der nächste Akt beginnt erst so richtig im nächsten Jahr. Alles ist so, wie es sein sollte. Sonst hätten wir ja auch gegengesteuert, und zwar schon vor Monaten. Bis morgen.


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