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Schreiben, Bloggen & Wahnsinn


02.12.2020


T: Liebe Muse, heute möchte ich das Experiment wagen, direkt am Rechner zu tippen, da das wesentlich schneller geht, als mit der Hand zu schreiben. Ich hoffe, das ist in Ordnung?

M: Ich mache da keinen Unterschied.

T: Ich fühle mich die letzten Tage leider ziemlich getrieben. Keine Zeit zum Laufen, kann aber auch nicht stillsitzen. Möchte basteln, kann aber einfach nicht auf meinem Hintern sitzenbleiben.

[Hozier: »All you have is your fire and the place you need to reach. Don’t you ever tame your demon, but always keep him on a leash.«]

T: Well played.


M: Danke. Weißt du, im Moment tust du fast so, als müsstest du die komplette Arbeit an diesem Journal am 31.12. 2020 getan haben. Das war nie die Intention und ist auch gar nicht möglich, wenn du Sorgfalt walten lassen willst.

T: Ich habe einfach immer Angst. Ich habe Angst, dass die Audioaufnahmen verschwinden, bevor ich sie abtippen konnte; ich habe Angst, dass die Webseite, an der ich gerade bastele, doch nicht die richtige Lösung ist. Manchmal habe ich sogar Angst, dass meine heiligen Original-Tagebücher bei einem Hausbrand zerstört werden!

[Musik stoppt ohne erkennbaren Grund.]

M: Das ist doch Unsinn. Glaubst du, wir würden so etwas zulassen? Dein Projekt ist sozusagen in der sichersten Cloud des Universums gespeichert ... bei uns Aspekten! Also, im Grunde ist es ja anders herum. Wir sind die Ersteller und Besitzer des Materials und du der körperliche Speicher. Du bist unsere Festplatte und unser Buch zum Beschreiben, nicht anders herum.


T: Der Gedanke ist tatsächlich unheimlich beruhigend, danke! Trotzdem wäre es furchtbar, wenn dem Material etwas passierte. Ich meine, ich schreibe ja nicht seit gestern. Ich habe auch für meine Romane mehrfache Backups an verschiedenen Stellen und – toi toi toi – bisher habe ich noch nie substanzielle Verluste erlitten.

M: Weißt du, wir treiben dich zwar immer wieder zu relativer Eile an, aber dennoch ist im Grunde 2021 das Jahr dieses Projektes. Oder sagen wir mal, für Außenstehende wird es so scheinen, als trete all dieses Wissen erstmals 2021 in Erscheinung – weil es »erst« zu diesem Zeitpunkt mit ihnen geteilt werden wird. Über alle von dir gewählten Kanäle. Bis zum Jahresende fertigen wir weiter diese »rohe« Version, und wenn darüber hinaus ein Konzept besteht, wie ganz genau die regelmäßigen Veröffentlichungen stattfinden sollen, schön. Das ist der wichtigste Teil. Der kritische Teil. Die Existenz des mit Menschenaugen erfassbaren Materials. Nicht mehr, nicht weniger. Für dich obendrein auch die »rituelle«, will heißen regelmäßige Anbindung an uns alle bis hinauf zum Council. Die Übung. Denn Menschen sind ja doch Gewohnheitstiere – und dies ist die Zeit, in der wir deine neuen Gewohnheiten angelegt haben. Denn die neuen Gewohnheiten sind das Fundament für alles, was kommt.


T: Ich habe mit meinem Mann grob durchgerechnet, was ich hier zusammengetragen habe, nämlich über sieben Monate hinweg jeweils etwa 25 Tagebucheinträge, wenn wir davon ausgehen, dass nicht jeden Tag Zeit und Raum für eine Meditation war. 7 x 25 ist 175. 175 Blogeinträge. Wenn ich jede Woche eine eurer Lehren veröffentliche, werde ich über drei Jahre beschäftigt sein. Drei Jahre!

M: Richtig. Und du hast auch sofort gespürt, dass eine »Lehrstunde« pro Woche daher bei weitem nicht reichen wird. Du musst dreimal so schnell sein.

T: Ja. Wenn ich dreimal pro Woche etwas online gebe, bin ich nämlich »nur« etwas über ein Jahr beschäftigt etwa (58,3 Wochen).

M: Das ist natürlich alles ziemlich graue Theorie. Zahlen jonglieren ist ja ganz nett, aber am Ende ist die Peilung (die du spüren kannst, ohne dass wir mit Worten bereits darüber sprachen) folgende: Im Laufe von 2021 soll das Material unter die Leser gebracht werden. Da ich ohnehin davon ausgehe, dass du keine leere Webseite in die Weiten des Webs stellst, sind 52 Wochen statt 58,3 ja ganz gut machbar.

T: [sagt unvorsichtigerweise mit Blick auf die ganze Arbeit]: Lord help me.

M: [hebt beide Arme und die Augenbrauen und gestikuliert, als wolle sie sagen: Ähm... ja?! Genau deshalb stehe ich hier??!!]

T: Entschuldige.

M: Schon okay.


[Pink singt »beautiful trauma«, wie treffend!]

M: Wie gesagt. Die Arbeit verteilt sich über zwei Jahre! Da haben wir schon dazu gelernt, das kann ich dir sagen. Früher war die Verbindung zu euch Menschen oft so mies, dass wir uns gezwungen sahen, große Mengen an Informationen in eure (entschuldige) kleinen Hirne zu quetschen. Mit dem Ergebnis, dass gar nicht so wenige Channels dem Wahnsinn anheimgefallen sind.

T: Du kannst einen wahnsinnig gut aufbauen, Herrgott nochmal!

M: [lacht] Tut mir leid. Aber das ist doch gut zu wissen, oder? Wir können überhaupt nur so regelmäßig und stringent und sinnbringend und körperlich gefahrlos mit euch arbeiten, weil es mittlerweile so einfach ist!

[Timer abgelaufen.]

T: So, meine Liebe. Ich denke mal, unser Experiment »am Computer schreiben« ist gut verlaufen, was?

M: Ja, durchaus. Fang trotzdem das neue Notizbuch an. Du weißt, wir werden es nicht akzeptieren, wenn nachher nichts entstanden ist, was ein Mensch im 14. Jahrhundert als Buch hätte erkennen können.

T: Das türkise mit goldenen Sprenkeln, auf dem steht »Together is a beautiful place to be«?

M: Oh ja. Ich liebe es. Kunst, fadengebunden in Kunst. Gibt es etwas Besseres?

T: [grinst] Wohl kaum. Wird gemacht.

M: Braves Mädchen.

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