Schwerkraft aushebeln
12. Mai 2023

T: Ich habe heute eine Leserfrage zur Schwerkraft mitgebracht. Ist das okay für dich?
H: Aber sicher.
T: Okay, super! Ich habe ehrlich gesagt kaum was von dem kapiert, was mein Vater da gefragt hat, aber eine Sache blieb doch hängen, weil sie grob genug formuliert war. Die Frage lautet:
»Wie schirmt man sich gegen den Effekt der Schwerkraft ab?«
H: Eigentlich ist es gar nicht so schwer, was er dir erklären wollte. Ich versuche es noch einfacher: Sowohl Elektromagnetismus als auch die Schwerkraft haben Wirkfelder und Oberflächen. Eine Kraft wirkt entlang dieser Oberfläche. Bei einem Elektromagneten ist das zum Beispiel diese Spule mit den vielen Wicklungen aus Kupferdraht. Bei der Gravitation ist es der Vortex, der »Trichter«, den man bei einem Wasser- oder Sturm-Vortex auch schön sehen kann. Das sind die Oberflächen.
Dann gibt es ein Wirkfeld, also den Raum, der beeinflusst wird. Du hast vor Kurzem gelernt, dass das Wirkfeld der Sonnen-Schwerkraft bis hierher reicht und die Gezeiten leicht beeinflusst. Die Oberfläche der Sonne ist also zwar nicht hier (das wäre auch schlimm), aber der Effekt, der auf ihrer Oberfläche seinen Anfang nimmt, der reicht bis hier. Bei der Gravitation der Erde ist es weniger extrem, aber es reicht, um Meteoriten und Satelliten anzuziehen – und euch mit beiden Füßen auf der Erde zu halten. So, so viel zu den Worten, mit denen sich normale Menschen naturgemäß schwertun. Wenn du nun also den Effekt zerstören oder aussetzen willst, kannst du entweder die Oberfläche (oder das ganze Objekt) zerstören, was eher nicht euer Ziel auf dem Planeten sein wird; oder du kannst eine Kammer bauen, in der die physikalischen Gesetze nicht gelten. Das ist aber nicht gerade leicht, das kann ich dir schon jetzt sagen.
Bei Elektromagnetismus kannst du die Stromquelle stören, denn kein Strom = kein Magnetismus. Bei einem herkömmlichen Magneten kannst du mit einem gleichstarken Magneten entgegenwirken. Bei der Gravitation wird es wirklich schwierig, weil ihr kein Material kennt, aus dem ihr euch eine Box bauen könntet, die den Effekt abschirmt. Die Gravitation wirkt auch innerhalb einer großen Box aus Metall, Glas, Holz, oder was auch immer. Sie unterscheidet nicht. Das liegt daran, dass ihre Kraft lichtbasiert ist, und sich somit der einzigen Kraft bedient, die überall im Universum quasi gleich verteilt ist.
Um zu lernen, der Schwerkraft zu entgehen, müsstet ihr also lernen, einen im wahrsten Sinne des Wortes lichtlosen Ort zu schaffen. Ihr müsstet ein Loch in den normalen Raum reißen und in das eintauchen, dass manche von euch Hyperraum nennen – womit ich übrigens nicht sagen möchte, dass das Konzept in euren Köpfen schon so richtig tragfähig ist. Wenn du aber als Zivilisation lernst, das Licht von einem Ort zu entfernen, dann öffnest du ein sehr wörtliches Tor zur Hölle. Nicht die Christen-Hölle, die in Wahrheit völlig anders aussieht. Ich meine eine physikalische Hölle, per Definition der Raum des reinen Anti-Lichts oder Unlichts. Dieses Werkzeug können wir euch noch lange nicht an die Hand geben. Es ist viel zu gefährlich.
Es wird für eure Größenordnungen noch eine kleine Ewigkeit dauern, bis ihr Zivilisationstechniken wie diese verstehen und anwenden könnt. Derzeit wäre es eher so, als gäbe man den großen roten Knopf für die Atomraketen des Planeten einer Dreijährigen. Ihr werdet also bis auf weiteres (relativ erfolglos) versuchen, der Gravitation zeitlich und räumlich extrem begrenzt einige Erkenntnisse abzuluchsen und sie in kleinsten Schritten bzw. stellenweise mal zu überrumpeln. Ja, es gibt Geräte, die in sehr begrenztem Maße das tun konnten und können, was ihr eigentlich wollt. Schwere Gegenstände leichter machen. Das ist etwas völlig anderes, als das, wovon ich eben sprach. Es erscheint euch im Ergebnis gleich, aber dem ist einfach nicht so. Mehr kann ich derzeit nicht dazu sagen.
T: Das war ja auch wieder großartig, danke dir! Es ist zwar schade, dass ich nicht im Vokabular der Physik mit dir reden kann, aber das ist denke ich einfach nicht mein Aufgabenkern.
H: Das ist richtig. Wer Augen hat, zu lesen, der wird aus unseren Konversationen schon das richtige herauslesen. Physiker, Arzt, Journalist, Suchende ... es macht nicht wirklich einen Unterschied. Jeder zieht das heraus, was für ihn gedacht ist.
T: Und für mich sind vor allem Anubis' Worte gedacht. :)
H: Ja, aber die Grundausbildung musste eben auch sein, hehe.
T: Oh! Da fällt mir etwas ein, was ich auch dringend mit euch besprechen wollte!!
H: Ja, ich freue mich schon.
T: Ich hatte mir neulich notiert, dass ein Familiar ein positiver Aspekt ist, den wir von uns selbst abspalten. So wie mein Erfolg sich als Rabe manifestierte. Aber was, wenn man einen negativen Aspekt von sich selbst abspaltet????? Erschafft man dann einen Dämon?
H: Tja, ich würde sagen, das behandeln wir dann morgen.
T: Das wäre obercool. :) Bis dann!!






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