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Wald & Karma




T: Das Video gestern hat gut geklappt, obwohl ich es gleich auf Englisch eingesprochen habe! Daran sieht man mal wieder: Wenn der Flow da ist, geht fast alles!

C: Freut mich. Da ich nicht vorhabe, dich wieder herzugeben, bevor wir nicht alle wesentlichen Jahresrituale durchgegangen sind, haben wir durchaus ja noch Zeit zusammen. Ich lehne es rundweg ab, mich von deinem Kalender (bzw. dem christlichen Kalender) in irgendeiner Form unter Druck setzen zu lassen.

T: Kann ich verstehen. Wozu ist man denn bitte ein Gott? ;)

C: Eben. Ein paar Dinge bestimmen wir ja doch noch selbst. Im übrigen nordet man Menschen ziemlich schnell wieder ein, wenn man sie ein oder zwei Mal quer durch den Wald jagt.


T: Also jagen im Sinne von »hetzen wie ein Reh« oder im Sinne von »ich hab mich beim Spazierengehen verlaufen«?

C: Na, beides. Gejagt und gefangen werden muss auch nicht immer um Leben und Tod gehen. Das kann auch sehr spielerisch zugehen. Was meinst du, warum das älteste Kinderspiel der Welt Fangen heißt? Und seien wir mal ehrlich, eurer Erotik würde es auch nicht schaden, wenn ihr öfter Fangen spielen würdet.

T: Hihi. Ich sehe, was du meinst.

C: Ultimativ ist es aber so: Du merkst, dass du mich verärgert hast, wann immer du dich mal saftig im Wald verläufst. Manche Menschen brechen das herunter auf Feen, Baumgeister und ähnliches – das ist eben ihr Erleben. Aber ich bin der Herr all dieser Mikrosplitter. Mein Wille schlägt ihren, so wie eine große Welle sich auf völlig natürliche Art einen Schluck Wasser einverleibt.

T: Ich dachte, wir können die Götter nicht verärgern? Seit der Aufklärung behaupten ja die meisten, das sei alles nur Aberglaube und hätte überhaupt keine Grundlage.


C: Hat Karma eine Grundlage? Aber ganz sicher. Und »uns verärgern« heißt, ursächlich etwas ausgelöst zu haben, was Konsequenzen haben wird. Wer sich Karma gegenüber dem Wald auflädt, wird das im Normalfall nachher in den Füßen spüren.

T: Man kann Karma gegenüber dem Wald und der Natur anhäufen? Das ist ja furchtbar! Ganz besonders natürlich für uns westliche Menschen, wir machen ja im Grunde nie was anderes, als der Natur schaden!

C: Aber selbstverständlich kannst du allen beseelten Dingen und Geflechten (z.B. Wald) gegenüber Karma anhäufen. Hör doch mal zu, was seit knappen 30.000 Jahren von weisen Menschen um dich herum gesagt wird. Aber obacht, der Unterschied liegt wie üblich im Detail: früher meinten die Menschen, ALLE Vorgänge – jeder Blitz und jede Springflut – seien von den Göttern geschickt. Das ist einfach nicht wahr. Erstens strafen wir nicht, das erläutere ich jetzt hier nicht noch einmal. Zweitens gibt es Vorgänge, die Gaia nun einmal unternehmen muss (und sie ist da schon sehr vorsichtig!). Wenn ihr ständig Ameisen unter den Rillen eurer Stiefel habt, weil ihr einen Weg entlang geht, macht ihr das ja auch nicht im bösen Willen. Drittens sind viele Vorgänge natürlich dazu geeignet, euch eine kleine bis mittelgroße Lehre zu erteilen. Wer sich mal vier Stunden lang im Wald verirrt hat, geht einige Wochen lang vielleicht nicht mehr wandern, was wir auslösen, weil wir von einem Steinschlag an eurer Lieblingsstrecke wissen. Die Liste ist endlos, du verstehst schon. Das Wichtigste ist: Wir strafen nicht. In dem Moment, wo du die Nachricht verstanden hast, löst sich das Problem auf. Verbeiß dich nicht. Go with the flow. Und sei nicht sauer, wenn ich dich mal ein paar Extrarunden drehen lasse. Denn einer Sache kannst du dir sehr wohl sicher sein: Es ist IMMER(!!!) eine Lehre in unserem Tun enthalten, sonst tun wir es nicht. Nichts und niemand schickt dich aus reinem Spaß um alle Ecken. Es gibt keine Schadenfreude im Geisterreich. Und es ist sehr kleingeistig, zu glauben, dass euch die Waldgeister »Böses wollen«. Ihr habt einfach nur nicht verstanden, wo eure wissentliche, willentliche Übertretung war ... und wann. Ihr habt keine Ahnung, welche Absprachen eure Seele mit Allem-was-ist getroffen hat und seit wann ihr eventuelles Karma mit euch herumschleppt.


T: Wenn man gegenüber der Natur als Ganzes Karma anhäufen kann und gegenüber anderen Menschen ... geht das dann auch gegenüber Tieren?

C: Jaaaaa, das wollt ihr jetzt wissen, hm?

T: Ähm ... JA??? Ich habe wahnsinnig schiss vor der Frage, aber das muss ich jetzt wissen.

C: Die Frage, die du dir grundsätzlich stellen sollst, da du weißt, dass Karma ein REALES Prinzip ist, ist doch folgende: Willst du das Risiko eingehen, dass es so ist?

T: Mir ist schlecht.

C: Dann lass mich dich erlösen. Nein, könnt ihr nicht.

T: Nein?

C: Nein. Wir mussten irgendwo den Schlussstrich ziehen, wenn du so willst. Irgendwo mussten wir eine Grenze ziehen. Und die Dinge, die ihr essen, trinken und zu Kleidung verarbeiten wollt/könnt/müsst, haben wir deshalb ausgenommen. Und hier beginnt genau eure Krux als fühlendes Wesen. Denn ist ein »Holocaust«, wie ihr heute treffend über die Situation eurer eingesperrten Lebensmitteltiere sagt, dann gerecht, wenn er für euch keine seelischen Konsequenzen haben wird?

T: Nein, ist er nicht.


C: Hier ist der Unterschied zwischen einem Menschen, der WILL, und einem Menschen, der nicht WILL (oder seien wir nett – der nicht WEISS, wie es sich verhält). Entweder ich WILL das Leid der Tiere nicht auf mein Gewissen laden, weil mir ohnehin(!) eine Welt an Nahrungsmitteln offen steht und ich im Dezember Erdbeeren haben kann, wenn ich möchte; oder ich WILL innerhalb (ähäm, und außerhalb derzeit) meines karmafreien Bereichs schalten und walten, wie es mir beliebt. Eine seelisch und geistig HOCH entwickelte Gesellschaft erkennt man daran, dass sie ihre Trophäen (nicht-essenzielle Beute) ehrt und feiert (nicht sich! Die Beute!!). Eine FANTASTISCHE Gesellschaft erkennt man daran, dass sie ihre Lebensgrundlage (essenzielle Beute) ehrt und feiert. Und nein, das habe ich nicht falsch herum aufgeführt, das stimmt so. Denn die Schlussfolgerung aus allem was oben steht lautet ja gerade: »Ich muss mein Leben erhalten, es ist mein RECHT, das Reh zu jagen und zu essen im Winter.« Sich zu bedanken, obwohl du im Recht bist – das ist die Quintessenz des Karmas gegenüber Nicht-Menschen.

T: Wow. Ich ... Wahnsinn. Wie so oft lässt du mich schockiert zurück. Wie Jormungandr.

C: Wir beackern ähnliche Themen, wir sind Partner.

T: Ja, so klingt das auch! Ich danke dir! Sehen wir uns morgen? Ich bin schon sehr gespannt. Was immer es auch sein wird, ich freue mich drauf.

C: ICH bin hier.

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