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Die anderen Ratsmitglieder


27.11.2020


T: [ruft die Aspekte an.

Ich habe heute mit Absicht keine Fragen mitgebracht, ich habe nicht noch mal in meine Aufzeichnungen geschaut. Ich möchte ganz unvoreingenommen hören, was White noch zu sagen hat, denn unsere Zeit geht stark dem Ende entgegen. Wie immer habe ich das Gefühl, dass es das noch lange nicht gewesen ist. Es gibt noch so viel zu lernen von jedem der Aspekte!

Vor meinem inneren Auge lasse ich wieder den Asteroiden mit Park entstehen. Ich hoffe, das erleichtert wieder den Kontakt, da ich wieder außerhalb der Atmosphäre bin.

Zum ersten Mal seit Langem habe ich das Gefühl, dass die Vertreter der anderen Farben auch wieder da sind. Ich habe nie herausbekommen, welche Farben es ganz genau sind. Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass braun dabei ist. Und schwarz ja auch. Aber Schwarz und Braun sind weder Chakrenfarben noch Regenbogenfarben und auch keine Farben des Lichtspektrums. Das habe ich nie verstanden. Vielleicht könnte es ja darum heute gehen. Ich wünsche mir noch einmal eine gute Verbindung, dann treffe ich White. Sie hat wieder diesen Trick angewendet mit der Sternschnuppe als Reiseform. Sie nimmt eine japanische Kirschblüte und steckt die mir ins Haar. Ich weiß ganz genau, dass sie das macht, weil ich gerade überhaupt nicht an irgendwelche Blumen gedacht habe. Wenn sie so etwas macht, fällt es mir leichter, zu glauben, dass sie wirklich da ist. Eigentlich sollte ich darüber hinaus sein, nicht zu wissen, ob der Aspekt da ist. Ob meine Verbindung echt ist. Aber die Zweifel sind eben immer wieder da.

Sie hakt sich wieder bei mir ein und wir gehen spazieren.

Zwischendurch kommen sehr viele störende Gedanken. Ich glaube fast, dass meine Konzentration irgendwie leidet, wenn ich die Muse in die Reihe der Anrufungen aufnehme. Irgendwie zieht sie nicht immer am gleichen Strang.

Tatsächlich sind die anderen Farbaspekte heute da. White führt mich zu dem Vertreter der Farbe Schwarz. Zum ersten Mal stehe ich so richtig vor ihm und kann ihn genau ansehen. Er hat diesen leichten Rauch um seinen Körper behalten, aber das ist nur Show. Das merke ich einfach.


Der schwarze Aspekt

T: Was genau bist du?

Schwarz: Ich bin die Abwesenheit von…

T: Die Abwesenheit von was? Von allem?

White: Na ja, in eurer Sprache funktioniert das nicht, aber so wie ich, White die Anwesenheit von allem Möglichen bin, so ist er die Abwesenheit. Das funktioniert in anderen Sprachen besser. Ich bin die vollständige, größtmögliche Fülle. Er ist die größtmögliche Leere.

T: Ist es nicht furchtbar, wenn man das Nichts darstellt oder die Leere oder das Fehlen von allem?

Schwarz: [etwas irritiert] Nein, das ist überhaupt nicht schlimm. Das ist einfach notwendig. Ich tauche dann auf, wenn jemand meine Schwester White nicht zu schätzen wusste. Denn durch das Fehlen von dem, was White dir gebracht hat, wird dir klar, dass es jetzt schmerzlich vermisst wird. Ich symbolisiere außerdem das Fehlen von Weisheit.

[Es fällt mir schwer, in Gegenwart der Farbe Schwarz zu atmen und zu sprechen. Es ist, als würde ich direkt neben einem Schornstein stehen oder neben einem sehr dreckigen Auto. Ich fürchte, dass seine rauchige Gestalt mit daran Schuld trägt. Als er das bemerkt, stellt er den Rauch ab. Da wird es wieder ein bisschen besser, aber es ist noch nicht wieder gut. Abgesehen von Lilly, die eine sehr heftige positive körperliche Reaktion ausgelöst hat, ist das die direkteste körperliche Reaktion auf einen Aspekt, die ich bis jetzt hatte.

Wir wollten uns schon wegdrehen und weitergehen, aber ich schaue den schwarzen Aspekt noch mal an.

T: Gibt es irgendwas, irgendeinen Satz, den du dringend loswerden möchtest für das Tagebuch? Für mich und alle LeserInnen?

Schwarz: Sei Dir immer im Klaren, dass das Nichts dich holen kommt, wenn du die Fülle nicht zu schätzen weißt. Das war’s schon.

[Er hat sich nach dem Satz einfach umgedreht und ist weggegangen. White und ich laufen weiter. Wir gehen weiter und als Nächstes sehe ich die Farbanteile Gelb und Orange. Wie Zwillinge quasi. Da das alles immer verrückter wird und ich schon wieder zweifele, legt White ganz ungeduldig ihre flache Hand auf meinem Brustkorb. Das führt natürlich zu einem Energieschub von den Füßen bis hoch zum Scheitel. Tja, so was kann man nicht ignorieren! Sie hat mich also wieder eingenordet – und auch entsprechend angeguckt. So: »Haben wir es jetzt? Sind wir jetzt fertig, können wir jetzt weiter?«

Die beiden Damen, die Gelb und Orange darstellen, sind sich sehr ähnlich. Die eine strahlt wie die Sonne. Die andere ein bisschen weniger. Das macht sie nicht weniger hübsch oder weniger interessant. Sie gleichen sich wirklich wie ein Ei dem anderen.

So ist das mit den Zwillingen. Das ist eine ganz gute Beschreibung. Sie verhalten sich auch sehr ähnlich und sie gucken ähnlich.]


Aspekt Orange und Gelb

T: Für was steht ihr beide?

Beide: Freude und Fülle. Freude und Fülle.

T: Welchen Satz möchtet ihr mir mitgeben? Welche Weisheit?

Gelb und Orange: Freude und Fülle werden in dein Heim einziehen, wenn du unsere Farben anwendest. Wenn du deine Wände gelb streichst, viele orangene Dekogegenstände hast und darauf achtest, dass diese sonnige Harmonie fließen kann in deinem Heim. [Sie zeigen mir Kerzen] Eine Kerzenflamme ist gelb und orange. Neben den ganz offensichtlichen Gründen ist das der Grund, warum Menschen Kerzen so gerne mögen. Weil sie von Harmonie, Fülle und Glück sprechen. Alleine schon in den Farben. Natürlich auch in der Wärme. Durch die Farbe der Flammen werden wir auch wirklich angezogen. Wir sind dann geneigt, das Haus zu segnen. Zumal echtes Feuer und echtes Kerzenlicht bei euch heute alles andere als selbstverständlich sind. Glaube nie, dass wir das nicht bemerken, wenn du unsere Farben wählst.

[Unsere Zeit ist leider abgelaufen. Dennoch weiß ich ganz genau, dass die nächste Farbe rot ist. Diese sehr intensiv aussehende Frau im roten Kleid. Sie drängt sich quasi noch rein und ich will auf jeden Fall noch ihre Sachen sagen. Da lässt sie nicht locker. Ich finde das ganz charmant. Das zeugt von Persönlichkeit und davon, dass sie weiß, was sie will.]


Aspekt Rot

Rot: Ich bin Leidenschaft, romantische Partnerschaft, Verlangen und Habenwollen. All diese intensiven Emotionen. [Sie hebt einen Zeigefinger] Aber: Wer sich mit Rot schmückt und besonders viel rot kleidet, der produziert auch Ärger. Der ist sich bewusst, dass die intensive Farbe Rot eine intensive Gegenreaktion hat. Das muss sich natürlich nicht immer im Außen zeigen, aber wer Rot trägt, zeigt selbstbewusst: »Hier stehe ich und kann nicht anders!« Wenn du dagegen jetzt angehen willst, dann kannst du es ja mal probieren. Schmückst du dein Heim rot, provozierst du ebenfalls eine Gegenreaktion, ganz sicher. Ganz im Gegensatz zu diesen harmoniesuchenden Farben.

T: Das ist dann wahrscheinlich der Grund, warum die wenigsten Leute ihr Haus knallrot anmalen. Das ist jetzt meine Interpretation.

Rot: Ja, aber es ist auch das Gegenteil von Langeweile. Mit Rot wird es irgendwie nie langweilig! Die Leute haben immer was, an dem sie sich reiben können.

[Sie verbeugt sich, als hätte sie auf einer Bühne gestanden, und zieht davon. Wie passend für diesen Aspekt. Dann weiß ich ja jetzt gleich, was für Morgen machen. Den Rest der Farben. Ich freu mich schon!

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