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Spirituelle Erdbeben


26.11.2020


T: [ruft die Aspekte an. Mir fallen spontan viele Sachen zum nächsten Drachenkind ein. Ich hab das Gefühl, irgendjemand möchte lieber über das Buch reden. Wird White heute kommen? Werde ich sie wiedersehen? Ich reise in Gedanken schnell an die Grenze der Atmosphäre und schlüpfe hindurch. Man hat mir beigebracht, dass das All kalt und unwirklich ist, aber es erscheint überhaupt nicht so, vom geistigen Standpunkt aus. Ganz im Gegenteil.

Heute ging es mir schon viel besser als gestern. Und gestern ging es mir schon viel besser als vorgestern. Faszinierend, wie gut es wirkt. Meine alten Aspekte und ein bisschen Hilfestellung zu bitten und um ihre Kraft. Nicht nur wegen der Meditation, sondern auch wegen der Gesundheit. Es ist nur schade, dass ich so wenig zurückgeben kann, außer natürlich meine Arbeit an dem Tagebuch. Ich gehe die ganze Zeit auf der Atmosphärenblase spazieren. Und weil niemand kommt, schließe ich kurz die Augen.]

T: Kommt mich jemand besuchen? Ist jemand da? Ein wohlmeinendes Wesen, das mich anleiten möchte oder White oder die Muse…?

[Ich möchte White unbedingt noch einmal sehen, bevor der Monat vorbei ist, aber ich will auch offen bleiben für Neues. White kommt wie neulich schon mit einer Sternschnuppe angereist, die kurz über der Erdatmosphäre in viele kleine Teile zersprungen ist. Nun kommt sie mir entgegen. Sie breitet die Arme aus und ich laufe hinein. Wenn doch nur jeder wüsste, wie sich das anfühlt. Wenn doch nur jeder mindestens einmal in seinem Leben erleben würde, wie das sich anfühlt. Ein hohes Wesen zu umarmen. Immer wieder hört man diese gechannelte Nachricht: »Wir lieben euch unermesslich, wir lieben euch unermesslich«. Aber ganz ehrlich, das sind alles nur Worte. Erst wenn man es erlebt hat, dann kann man’s glauben. Und dann weiß man auch, was es bedeutet und wie sich das anfühlt. Sie lächelt so unendlich liebevoll, aber trotzdem weiß ich, dass sie etwas bedrückt.]


T: White, was ist los? Warum schaust du so?

W: Na ja, unser Monat ist ja sehr bald um. Ich habe Angst, dass du uns dann vergessen wirst.

T: Nein, werde ich nicht. Natürlich werde ich euch nicht vergessen. Ich habe Bücher, die mit euren Worten gefüllt sind. Ich habe Aufnahmen.

W: Aber du kommst vielleicht nicht zurück hierher, genau hierher und ich nicht jeden Tag. Schon so viele haben uns getroffen. Irgendwann war das Leben wieder stärker und die Zeit zu knapp. Die Woche hat nur sieben Tage, nicht wahr?

T: Was, wenn ich mich jeden Tag weiter nach 2020 hinsetze und jeden Tag weiterhin versuche, euch der Reihe nach zu treffen? Oder wenn ich ganz offenlasse, wer kommt, und einfach frage, wer eine Nachricht hat? Wie wäre das? Dann wäre ich zu erreichen, jeden Tag. Und wenn die Harpyie etwas Wichtiges hat, kann sie sich zu Wort melden, wenn du etwas Wichtiges hast, kannst du dich zu Wort melden. Klingt das nicht gut?

W: Doch, das klingt fantastisch.

[Sie beginnt eine regelrechte Verhandlung mit mir.]


W: Stell dir die Sache so vor: Das jetzt war das Tagebuch. Es war überaus wichtig und wir wussten, dass letztlich jeden Tag eine Nachricht da sein wird – oder fast jeden. Es ist nicht ganz so schlimm, wenn einzelne Tage nichts geschehen ist. Die wichtigsten Nachrichten sind definitiv durchgekommen. Aber in Zukunft, stell dir den Wecker auch nach diesem Projekt auf 20-30 Minuten. Du kommst ja schnell in die tieferen Regionen deines Geistes, weil du schon so lange übst. Wenn du nach 20 Minuten dann keinen von uns gehört hast, dann kannst du ohne Schuldgefühle weiter durch den Tag gehen. Entspannt und in dem Wissen, dass heute einfach nichts Wichtiges war. Sollte es aber ein wichtiges Thema geben, dann machst du eben länger als die 20 Minuten. Das würde sich gut ausgleichen, auch in einem fordernden Alltag.

T: Werde ich 2021 einen fordernden Alltag haben?

W: [grinst] Das möchtest du jetzt gerne wissen, hm? Wenn du es als fordernd empfindest, an dem Tagebuch zu arbeiten, dann ja. Wenn du es als fordernd empfindest, dass viele Leute Rückfragen haben, dann ja.

T: Werde ich einen Verlag haben? Für die gedruckten Bücher?

[Sie zaubert ein Karten-Set her, legt es auf einen Tisch vor uns, fächert die Orakelkarten auf, alle mit der Rückseite nach oben. Sofort werden sie wie von einem Windhauch weggeblasen, also kamen wir gar nicht dazu, eine Karte zu ziehen. Das überrascht sie aber nicht.]

W: Es ist sehr schwer, ins nächste Jahr hineinzusehen. Noch schwerer als sonst. In den anderen Systemen ist es kein so großes Problem. Andere Systeme sind so stabil, dass ich, wenn ich das Gewebe aus Raum und Zeit ansehe, verlässliche Aussagen treffen kann. Bei euch ist es im Moment mehr so, als wären wir in den ersten paar Sekunden eines Erdbebens und müssten raten, welches Haus zuerst fällt und welches stehenbleibt. Das ist quasi unmöglich einzuschätzen. Denn du hast zwar in einer Region, in der Erdbeben ab und zu kommen, eine durchschnittliche Stärke. In manchen Teilen der Welt ist immer nur Stärke eins messbar, in manchen Teilen der Welt geht es bis zur Stärke neun auf der Richterskala und man hat für jeden Ort im Grunde so eine Art Durchschnitt. Selbst, wenn du diesen Durchschnitt kennen würdest (und der ändert sich gerade), dann könntest du trotzdem nicht sagen, welches Haus dieses Mal stehen bleibt und welches nicht. Bei den stärkeren Erdbeben es ist einfach unmöglich. In dem Moment, in dem du das Erdbeben spürst, weißt du nur mit Sicherheit, das ist ein Erdbeben. Du weißt noch nicht, was daraus wird. Und ihr seid mitten im Erdbeben.

Das klingt jetzt negativer, als es ist. Aber das ist auch wirtschaftlich gemeint und es ist sehr schlecht zu sagen, welche Firma und auch welcher Verlag im nächsten Jahr noch genauso tätig oder handlungsfähig sein wird wie letztes Jahr.


T: Ich muss wohl meinen Plan weiter folgen und alles alleine aufbauen. Richtig?

W: Oh ja. Verlass dich nicht darauf, dass andere Leute eine Webseite für dich bauen, denn das werden sie nicht tun. Ein Verlag baut keine Website für dich, ein Verlag druckt ein Buch. Es ist hilfreich, aber es ist nicht dein momentaner Fokus. Und die Webseite ist eine gute Idee! Die Leute informieren sich heutzutage eben über eine Website und nicht vorrangig über Bücher. Deine Überlegungen sind und bleiben richtig. Sie sind so lange gereift, dass sie jetzt wirklich an einem guten Punkt sind. Ab hier ist es technisch machbar, bezahlbar und umsetzbar.

[Sie zeigt mir ein paar Webseiten-Spielereien, die schön wären oder sinnvoll. Ich hoffe, ich kann das alles finden und zusammentragen, so dass die Seite dann stimmig ist. Es wird noch viel Arbeit, aber ich weiß, dass es sich lohnt.]


W: Ja, das wird sich sehr lohnen. Die Leute warten darauf – mehrheitlich, ohne es zu wissen. Sie brauchen diese Sätze. [Sie legt ihre Stirn an meine.]

Such is the power of words .

Such is the power of words.

Such is the power of words.

T: Das ist regelrecht zu meinem Mantra geworden.

[Sie hebt ab von ihrem Standpunkt auf der Atmosphärenschale, so als wäre sie Superwoman.]

W: Ich muss jetzt gehen, aber wir sehen uns auf jeden Fall noch.

T: Auf jeden Fall.

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