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Die Magie des Schreibens

01. März 2023

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T: Lieber Thot, ich schenke dir Freiraum. Ich schenke dir Freiraum. Ich schenke dir Freiraum. Hol hinzu, wen du für richtig hältst, und sonst, erzähle. Ich höre zu.

[»Micro Cuts« von Muse läuft. Das Lied ist wie ein Drogentrip, man kann es einfach nicht anders ausdrücken.]

Toth (TO): Wusstest du, dass Menschen verrückt werden, wenn sie sich nicht kreativ in Worten äußern dürfen?

T: Ich weiß genau, was du meinst. Ich weiß, was man über Schiller sagte, als er im Knast saß. Er ließ sich Papier hineinschmuggeln. Von allen Dingen. Papier und Tinte. Bei mir äußerst es sich so, dass die Worte in meinem Hirn feststecken wie Messer, wenn ich sie nicht ausspreche. Es gibt dann nur noch diese Worte, diesen Satz in meinem gesamten Sein. Und je länger ich sie zurückhalte, desto eher fühlen sie sich an wie ein Messer, das wieder und wieder in mein Gehirn gerammt wird. Sie MÜSSEN raus, ich habe keine andere Chance. Wenn ich zusätzlich extrem traurig bin, habe ich das Gefühl, sie erwürgen mich sonst. Also ... ja. Ich weiß genau, was du meinst.


TO: Es klingt für dich vielleicht erschreckend, aber dieses Gefühl löse ich aus. Es liegt auf meinem Frequenzband. Nicht, weil ich euch quälen will. Auf keinen Fall. Sondern weil ich euch befreien will von dem Druck, der sich in euch aufgebaut hat. Worte sind ein hervorragendes Ventil für alle menschlichen Emotionen. Ihr wollt etwas in die Welt hinausschreien, wenn euch etwas Tolles passiert ist; und ihr füllt viele geduldige Seiten Papier mit Gedichten, wenn eure Jugendliebe euch schräg angesehen hat. Ich spiele das Spiel schon lange, weißt du? Und es war früher nicht anders als heute. Im Grunde ändern sich nur das Vokabular und die Muttersprache.

T: Sicherlich hast du mitbekommen, dass ich Anubis vor Kurzem mal wieder etwas vor die Füße gekotzt habe. Keiner meiner Glanzmomente, aber ich kann es ja ohnehin nicht ändern. Ich finde, die Prinzipien ähneln sich. Bitte nimm es mir nicht krumm, dass ich hier nur von »schlechten« Erlebnissen spreche. Von schlechter Energie.

TO: Hm, Details. Tatsächlich aber bist du da dem genauen Grund auf der Spur, WARUM Worte derart heilsam sind. Worte sind ein Werkzeug. Anubis hat seinen »Touch of Anubis«, ich habe die Worte. Während mein Bruder aber mit chirurgischer Präzision »nur« die schwarzen, verbrauchten Energieklumpen von euch nimmt, ist mein Werkzeug wesentlich universeller. Wie ich eben sagte, können Worte alles vermitteln – Freude, Wut, Enttäuschung, Trauer, Liebe.


T: »Das Wort, das dich beschreibt, wird dich befreien, wenn du es lässt.«

TO: Exakt.

T: Ich habe diesen Satz selbst verfasst, als ich mal über Hochsensitivität geschrieben habe. Es ist bis heute vielleicht der beste Satz, den ich mir selbst (hust) ausgedacht habe – oder jedenfalls nicht bewusst gechannelt habe.

[Ich spüre, dass etwas an meinem linken Unterarm entlang streift. Thot steht vor meinem geistigen Auge zum ersten Mal direkt neben mir und meinem Laptop, und ich glaube, er könnte dafür sorgen, dass meine Finger ohne mein Zutun tippen. Sie bewegen sich fast eigentätig, aber so ganz klappt es doch nicht. Ich bin einfach keine automatische Schreiberin. Wenn ich nichts höre, wird es so ad hoc nichts.]

T: Sind dir automatische Schreiber lieber?

TO: Das hat mit Präferenzen weniger zu tun. Aber ich bin immer mit einem winzigen Teil meiner Konzentration anwesend, wenn automatisch geschrieben wird. Alleine schon zur Aufsicht, denn das diktierende Wesen muss ja nicht ich sein. Das können viel kleinere Wesenheiten sein. Zum Schutz der Schreiber bin ich deshalb in der Nähe, wenn diese Art von Trance-Arbeit verrichtet wird. Aber das geschieht heute nur noch so selten.


T: Höre ich da etwa Bedauern?

TO: Du wirst immer Bedauern in unseren Stimmen hören, wenn geistige Arbeit aufgeschoben, vergessen oder verboten wird.

[Mein Timer klingelt.]

T: Wow, das ging schon wieder viel zu schnell. Danke dir. Gibt es noch etwas, das du anfügen möchtest? Muss noch etwas gesagt werden?

TO: Danke für die Möglichkeit [frei zu sprechen]. Die Chance war klein, so wie wir gestern auseinandergegangen sind. Und ich werde sicher nicht vergessen, worüber wir noch dringend weiter zu sprechen haben. Also: Danke für dieses Experiment.

T: Gern. Ich weiß gar nicht, ob ich eher froh oder eher enttäuscht bin, dass du meine Finger nicht selbsttätig bewegen konntest.

TO: Automatisches Schreiben ist sehr schön, aber auch sehr gefährlich. Nicht der Prozess oder der entstandene Text an sich. Aber man kann schnell für Wissen verbrannt oder verfolgt werden, das brauche ich dir ja nicht sagen. Es ist momentan nicht die Zeit dafür. Das, was ihr nicht in vollem Bewusstsein empfangen und aufschreiben könnt, ist ohnehin zu gefährlich, um von uns vermittelt zu werden.


T: Ist diese Trance-Technik nicht vielleicht einfach die Lieblingstechnik einiger Leute?

TO: Die Schleusen wurden doch schon vor langer Zeit geöffnet. Wer noch vor 20 Jahren tiefste Trance für seine Arbeit benötigte, kann heute die Augen geöffnet lassen. Wer regungslos sein musste, kann heute dabei spazieren gehen. Wer früher absolute Stille brauchte, kann sein Talent heute durch Lärm hindurch aktivieren. Das ist der große, große Vorteil eurer momentanen Zeit.

[Pause.]

TO: Ich darf mich nun verabschieden. Ich freue mich, dass wir uns morgen wieder sprechen können.

T: Gute Nacht.

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