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Die Todsünden verstehen lernen




Anm. Tanja: Dies ist eine überarbeitete Version mehrerer Sessions, in denen die Todsünden immer wieder angeschnitten wurden. Wie ihr wisst, veröffentliche ich üblicherweise IN REIHENFOLGE und in Original-Länge. Ich kürze nicht, und ich füge höchstens Links oder Symbolbilder ein. Aber hier möchte ich vorgreifen und das Material in quasi-wissenschaftlicher Arbeitsweise bearbeiten. Das Thema ist viel zu wichtig - auch für meine Meditationsteilnehmer - um es noch lange hinter dem Berg zu halten. Ich veröffentliche diese Vorschau auf das gesamte Gespräch mit Anubis also gegen die Empfehlung der anderen Seite. Wir werden sehen, wie das läuft.


[..]

Anubis: Die sieben Todsünden sind bekanntermaßen Zorn, Faulheit, Stolz, Völlerei, Gier, Neid und Wollust.

T: Jep. Sloth, pride, wrath, gluttony, greed, envy and lust. Ich habe die englischen Namen als Jugendliche auswendig gelernt. Was man halt so macht als Gothic-Girl.

A: Da siehst du mal, wozu es gut ist, hehe. Jedenfalls ist es ziemlich simpel. All diese Verhaltensweisen der Menschen sind Übersprungsemotionen für Trauer. In Wirklichkeit betrauern sie einen ganz bestimmten Verlust. Was das im Einzelfall ist, ist völlig verschieden, und manchmal ist es sogar nur ein gefühlter Verlust – bei Neid zum Beispiel. Jedenfalls sind dies die sieben größten Fallen, in die ihr tappt, um nicht trauern zu müssen. Und deshalb leiten diese Emotionen dich direkt in mein Reich, wenn du dich zu sehr in ihnen verhängst. Macht das Sinn?

T: Aber hallo, das ist genial!

A: [schmunzelt] Man tut, was man kann.

T: Entschuldige. Manchmal vergesse ich, dass ich mit einer Gottheit spreche.

A: Das sind die schönsten Momente für mich. [...]


Gier & Völlerei

A: Wir hatten damit eröffnet, dass die Todsünden deine Trauer verdecken können. Sie sind Ersatzbefriedigungen. Bei einigen ist das sogar ziemlich ersichtlich, gerade bei Völlerei und Gier, denn diese beiden Dinge liegen ja nicht weit auseinander. Was du heranraffst, ist ziemlich egal. Du füllst damit in jedem Fall das Loch in deiner Brust. Oder vielmehr, du versuchst es.

T: Okay, die zwei Sünden sind irgendwie klar. Ich weiß nicht mehr, welcher Aspekt das sagte, vielleicht war es Lillysander? Sie sagte: »Egal, wie viel du in ein schwarzes Loch wirfst, du kannst es damit nicht stopfen.«

A: Diese zwei Todsünden sind also überaus schnell abgehandelt. Zusätzlich können wir an dieser Stelle einwerfen, was Neale Donald Walsch über die zehn Gebote zu wissen bekam. Nämlich ...

T: »Wenn ich dereinst erleuchtet bin, werde ich nicht töten wollen. Werde ich nicht stehlen wollen.« Großartig. "Geespräche mit Gott", Band eins.

A: Korrekt. Über die Jahre haben zwar viele diese Durchgabe erhalten, aber er hat sie millionenfach drucken und verbreiten lassen. Das ist sein Dienst am Kosmos. [lächelt frech.] Ihr ähnelt euch.


Zorn

T: Danke für die Blumen. Auch beim Zorn bin ich ganz bei dir, denn natürlich bin ich zornig, wenn ich einen Verlust betrauere. Ich habe etwas verloren, und das muss ich ganz und gar nicht fair finden.

A: Jeder gute Mentor und jede gute Therapeutin wird dir sagen, dass Trauernde durch gewisse Phasen gehen. Das ist gut beobachtet, aber eure Expertise endet oft dort, wo das aktuelle Leben des Hilfesuchenden verlassen werden müsste. Ihr habt gemeinhin keine Ahnung, wie viel und was eine Seele betrauert aus früheren Zeiten. Schamanische Lehrer betrachten das ganzheitlicher. Sie graben tiefer, so könnte man sagen. Also, auch der Zorn über den Verlust ist recht simpel erklärt.


Stolz

A: Mit dem Stolz wird es schon interessanter, denn wie wandelt sich Trauer in Stolz?

T: [zuckt mit den Schultern] Ja, wie?

A: Stolz ist eine Art Sammelgefühl, das muss man zuerst dazu wissen. Denn die Todsünde meint ja nicht, dass du stolz auf eine spezielle Tat bist oder auf eine deiner Eigenschaften. Es ist meist eher das Gesamtpaket, dass dich ausmacht, dass du für so toll hältst. Stolz ist aber auch ein Schutzschild. Ein überhöhtes, unangreifbares Selbstbild wehrt jeden Angriff von außen zielsicher ab. Stolz verkündet deinem Nächsten: »Ich bin wunderbar so, es geht mir prächtig, und jeder Angriff auf meinen Ist-Zustand ist zwecklos.«

T: Hm. Das macht total Sinn!


Faulheit

A: Das möchte ich doch hoffen, schließlich sind die Todsünden mein Forschungsgebiet, wenn man so sagen möchte. Seit Anbeginn der Zeit. Glaub bloß nicht, Menschen seien das einzige körperliche Volk, das Stolz empfinden kann – ob überbordend oder nicht.

Faulheit ist ganz anders gelagert als Gefühl. Faulheit ist kein Schild, und sie macht dich nicht unangreifbar. Wer so faul ist, dass es seelenschädigend wird – und nichts anderes bedeutet »Todsünde« im ursprünglichen Kontext – der muss schon ein besonderes Maß an Faulheit an den Tag legen. Wer sich so verhält, schützt sich nicht, sondern hat lange aufgegeben. Dieser Person ist unterbewusst klargeworden, dass der Kampf auf verlorenem Posten stattfindet. Der Verlust hat schon längst stattgefunden. Das Loch im Brustkorb ist groß und gefräßig. Und weil es – natürlich – Energie frisst, bleibt keine für andere Aktivitäten übrig. Ergo, Faulheit.


Lust

A: Lust beschreibt immer eine körperbetonte Verbindung zu etwas oder jemandem. Im Grunde ja etwas sehr Schönes, wie auch Essen etwas sehr Erfreuliches ist. Über die Stränge schlägt die Lust, wenn sie zum Zwang wird. Der Zwang-Anteil ist das, was die Lust umschlagen lässt in die Todsünde. Denn das bedeutet, dass du ständig auf der Suche nach einer körperlichen Verbindung bist, so wie ein hungriger Löwe ständig auf der Suche nach Beute ist.

Ruhe? Genuss? Herausgezögerte Befriedigung? All das sind Fremdworte für die Wollust. Sie kann weder abwarten noch lange verweilen, denn leider schleicht sich, so toll eure Körper sind, schnell Gewohnheit ein. Nicht nur ist der Wollüstige also ständig getrieben und auf der Suche, er kann es auch weder genießen noch die Verbindung vertiefen und verweilen.

T: Das klingt nach einer ziemlich armen Socke, wenn ich ehrlich bin.

A: Das siehst du ganz richtig. Heute sagt ihr übrigens nicht mehr, jemand sei wollüstig. Ihr sagt sexsüchtig. Es ist aber am Ende das Gleiche.


Neid

A: Hm, Neid. Eine der faszinierendsten Emotionen, wenn du mich fragst. Ich kann sie schlecht verstehen, weil es in meiner Welt natürlich nichts gibt, das ich ernsthaft haben will. Nichts, was ich mir nicht im Rahmen gewisser Spielregeln nehmen kann.

T: Du sagtest, Neid entsteht, weil wir glauben, etwas verloren zu haben, was nie unseres war. Das war so spannend. Erklär mir das etwas mehr.

A: Neid ist vielleicht deshalb die schlimmste unter den Sünden, weil sie wirklich von allem ausgelöst werden kann. Neid behandelt ja bei weitem nicht nur materielle Dinge, das brauche ich dir nicht zu sagen. Neid entsteht immer aus dem Gefühl heraus, dass nicht genug für alle da ist und etwas »fehlt«. Je mehr du also verloren hast – oder meinst, verloren zu haben – desto größer wird auch der Neid. Er kann fast bis ins Unendliche anwachsen, und es ist absolut wahr, dass Neid dich zerfrisst wie Säure. Körperlich und seelisch.

T: Moment. Die SEELE kann Schaden nehmen durch Neid?

A: [zieht die Augenbrauen zusammen] Hast du das Wort oben nicht gehört? Ich sagte, die Todsünden sind s-e-e-l-e-n-s-c-h-ä-d-i-g-e-n-d.

T: Warum?

A: Na, weil sie dich zu mir bringen nach dem Tod! Wenn du sie nicht auflöst, sind die Todsünden dein pechschwarzes Ticket zu Hel. In unser Reich.

T: Und Neid ist von allen Todsünden für dich die schlimmste?

A: Oh, nicht für mich. Für euch. Neid ist sehr schwer durchzuarbeiten. Und je mehr es ist, desto schlimmer wird es natürlich. Stolz löst sich leicht auf, weil du deine Form ja verlierst, auf die du (wahrscheinlich) so stolz warst. Völlerei kannst du nicht mehr betreiben und Gier wird aufgelöst vom Licht ... sobald du etwas Licht in deine Situation lässt. Neid können wir schlecht lösen, weil wir dir nachträglich das Ding nicht geben können, das du wolltest. Du musst schon erkennen, dass du es in Wahrheit nicht brauchst, und das dauert. Und was dauert, hält dich länger bei uns. Siehst du, wohin das geht?

T: Ja. Absolut. Wow. Aber es gibt etwas, was ich an deinen Erklärungen nicht verstehe. Da ist eine Ungenauigkeit, und wir sollten sie auflösen.

A: Ich weiß, es geht um das Wort »seelenschädigend«.

T: Ja. Ich kann einfach nicht glauben, dass es uns schädigen soll, zu dir zu kommen. Es ist Umweg, das ganz sicher.

A: Die Ungenauigkeit liegt hier. Ich meinte: Die Todsünden sind seelenschädigend, weil sie dich in mein Reich bringen. Auf den »Umweg«, wie du sagst. Das bedeutet aber nicht, dass du mit zunehmender »Zeit« mehr Schaden nehmen wirst (es gibt ja keine lineare Zeit im Jenseits), sondern der Schaden entsteht durch deine Erlebnisse. Je nachdem, wie du erzogen worden bist und welche Bilder dich in dem Leben geängstigt haben, kann dein Erleben wirklich grauenhaft ausfallen. Und das schädigt dich zu allem Übel noch mehr. Natürlich kann das alles schlussendlich aufgelöst werden. Vor allem dadurch, dass ihr darum bittet, alles klar sehen und verstehen zu können. Dennoch verlierst du Zeit und Kraft. Weil der Umweg keinesfalls sein müsste. Schon gar nicht heute, wo es so viele interessante Heilungsarten gibt. Arbeite durch deinen Kram durch, wenn du noch lebst, das ist mein wichtigster Tipp von allen!



Ich (Tanja) bin mir sicher, dass zu dem Thema noch lange nicht alles gesagt ist. Und natürlich gibt es ähnliche Konversationen mit Anubis zu Themen wie Mord, Karma, und vielem mehr. Dieser Text darf deshalb nur als mein momentaner Recherche-Stand gesehen werden.


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