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Wie sich Aufstieg anfühlt

07. Mai 2023


T: Erzähl mir, wie es war, als ihr auf die 6. Dichte-Stufe [nach RA] aufgestiegen seid.

H: Ein Aufstieg ist eine ganz und gar magische Sache, das darfst du mir glauben. Es ist nichts, was man mit seiner wissenden Hälfte erfassen kann. Es ist eher ein Rufen. Du spürst, dass du etwas Höherem berufen wirst. Gerade jetzt solltest du recht gut verstehen, was ich meine; wird die Menschheit doch momentan ebenso laut von ihrer nächsten Entwicklungsstufe gerufen. Ihr könnt es euch nicht erklären. Es ist nichts Rationales. Und doch, wenn man euch fragt, dann spürt ihr es alle irgendwie.

Da ist etwas, nach dem ihr euch sehnt. Ihr wisst nicht, wie ihr das nennen sollt, was euch ruft, aber es ist zweifelsfrei da. Es kann auch niemand sagen, wann es ganz genau so weit sein wird. Wann das letzte von Milliarden Puzzleteilchen an seinen Platz fällt und das Gesamtbild in aller seiner strahlenden Gesamtheit ersichtlich wird.

T: Wie muss ich mir das ganz genau vorstellen?


H: Nun, bis hinein in die 5. Dichtestufe erlebst du all die Dinge, die ihr auch jetzt schon habt – wenn auch auf höherer Stufe. Du wohnst an einem bestimmten Ort. Du gehst einer Tätigkeit nach, die mit handfesten Objekten zu tun hat. Die Konzepte von Nachbarschaft, Gesellschaft, Stadt und Land und Technologie haben alle noch ihre Berechtigung und ihren Nutzen. Nach der 5. Stufe hören diese räumlichen Dinge auf, eine Rolle zu spielen.


Ein Wesen der 6. Stufe würde dir nicht sagen, dass es in einer bestimmten Stadt wohnt. Oder auf einem bestimmten Planeten. Das wäre schon deshalb unmöglich, weil wir auf dieser Stufe aus so vielen ehemaligen Individuen bestehen! Wen sollen wir denn als Statthalter in uns angeben? Es gibt keine Hierarchie innerhalb unserer Struktur. Es kann niemals ein Teil von uns gegen einen anderen arbeiten. Jegliche Form von Individualität, so wie ihr sie kennt und feiert, geht in diesem größeren Konzept auf.

[Ich schließe kurz die Augen. Ich habe überhaupt nichts gedacht oder gewünscht. Trotzdem fühle ich mich so, als würde plötzlich ein riesiger Stöpsel aus meinem Brustkorb gezogen. Schlagartig entweicht eine enorme Energie nach vorne.]

T: Was war das denn?!

[Ich kann sie plötzlich nicht mehr hören. Weder Hathor, noch Anubis, den ich schnell hinzurufe. Erst, als ich mich in eine schützende schwarze Blase hülle, kommen sie hinein und ich kann sie wieder sprechen hören.]

H: Es tut mir leid, das wollte ich nicht. Ich wollte dir zeigen, was wir »gravitational pull« nennen. Ich habe mich deutlich verrechnet, welche Stärke ich anwenden kann. Ihr seid an einem derart starken Kipppunkt momentan, dass alle unsere Anstrengungen enorm verstärkt werden.

[Anubis ist stocksauer auf sie, das weht bis zu mir herüber.]

A: Noch etwas stärker, und sie hätte dir deinen Seelensplitter entreißen können.

T: Au weia, das klingt nicht gut. Tatsächlich habe ich ziemliche Schmerzen im Brustkorb. Und mir ist übel. Klassiker.

A: Ich muss gehen. Bitte lass deine Blase fallen. Sie hat das verursacht, nun soll sie dich wieder mit Energie aufladen. Ich würde das gerne tun, aber ... na ja.

T: Ist in Ordnung. Geh.

[Ich lasse die Blase bewusst fallen und Hathor umarmt mich. Sie entschuldigt sich ausgiebig bei mir.]

T: Du machst das nicht so oft, kann das sein? Mit Menschen kommunizieren?

H: Könnte eine Weile her gewesen sein ...

[Timer abgelaufen.]

T: Komisch, unsere Session hat so fantastisch angefangen, und dann so ein Absturz...

H: Ich wollte das wirklich nicht. Es sollte nur eine kleine Demo werden.

T: Ist ja nichts Ernstes passiert.


H: Ich hätte vorsichtiger vorgehen müssen. Bitte verzeih mir. Du wirst dich noch eine Weile so fühlen, als hättest du Schmerzen im Rippenfell. Muskelkater im Brustkorb quasi. Ich habe zu heftig an deiner Aura gerissen, und das quittiert dein Körper nun auf diese Weise. Bitte sei morgen sehr gütig zu dir und ruh dich aus.

T: Das tue ich. Können wir morgen mehr über diesen gravitational pull sprechen?

H: Trotz allem bleibst du neugierig, kleine Scribe. Du bist wirklich und wahrlich die Richtige für den Job.

[Ich denke weiter über das Wort Gravitation nach. Es klingt so fehl am Platz, wenn man nicht über Planeten spricht, sondern über Wesen... Dann trifft es mich wie der Schlag.]

H: Sehr gut. Im Gegensatz zur Fliehkraft, die eine »tote«, physikalisch leicht herstellbare Kraft ist, ist die Schwerkraft eine Macht, die von BEWUSSTSEIN ausgebildet wird ... nicht von Physik. [Anm: Im Grunde beschreibt der Begriff "Physik" die Lehre von allen Energien die wir bereits entdeckt haben und kann nicht von Allem-was-ist getrennt werden, aber Worte sind wie so oft schwierig an dieser Stelle!]

T: Nur bewusste Planeten haben Schwerkraft?!?

H: Ja, so könnte man es auch sagen. Der Grad bzw die Spielart des speziellen Himmelskörper-Bewusstseins bestimmt die Stärke der Gravitation. Der Mond hat nicht weniger Schwerkraft, weil er kleiner ist. Er hat tatsächlich einen kleineren Bewusstseinsgrad.

T: Oh mein Gott, ist das alles abgedreht!

H: Sorry. Morgen mehr, okay? Du solltest schlafen gehen. Besuche Anubis noch einmal, wenn du möchtest, aber macht nicht mehr so lang. Und bitte verzeih mir meinen Fehltritt. Neben einigen anderen habe nun auch ich mich dir gegenüber versündigt. Ich hoffe, dein Bild von unserem Wohlwollen leidet nicht darunter.

T: Keinesfalls. Fehler sind menschlich, und ganz ehrlich: Sie machen euch greifbarer für mich. Nahbarer.

H: Du hast ein großes Herz für jene, die es eigentlich besser wissen müssten. Du kannst gar nicht ahnen, wie glücklich uns das macht. Gute Nacht.

T: Bis morgen.

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