Götter dürfen selten FREI sprechen
- The Spirit Scribe
- 19. Aug.
- 6 Min. Lesezeit

21. Februar 2023
T: Lieber Thot, ich wünsche dir Freiraum. Uns. Ich weiß, dass das Thema der jungen Götter über uns schwebt, und es interessiert mich wahnwitzig, aber ... ich will, dass du frei sprichst. So frei wie irgend möglich.
TO: Siehst du, hier laufen wir in ein gar nicht so bekanntes Problem mit euch hinein. Es ist angenehm für uns, mit dir zu sprechen, keine Frage. Gerade deshalb, weil du viel öfter als die meisten anderen darauf achtest, uns deinen ganz eigenen »Persilschein« auszustellen. Den Freibrief, ein eigenes Thema zu verfolgen. Aber so, wie du es eben formuliert hast, sind mir trotz allem die Hände gebunden. In einigen alten Kulturen hätte man gesagt, dieser Satz oder die Wahl »ist sauer« geworden oder vergoren. Es ist nicht das, was es vorgibt, zu sein.
T: Dann hilf mir und meinen Leser:innen, die Sache besser zu verstehen. Fühlen konnte ich gleich, dass es mit diesem Satz nichts wird, aber ich möchte es jetzt kurz erklärt wissen. Tja, jetzt setze ich gleich wieder meinen Willen durch.
TO: Hilft alles nichts. Du hast oben proklamiert, dass dich das Thema der jungen Götter »wahnwitzig interessiert«. Das ist eine Erklärung der Aufmerksamkeit.
T: Hä?
TO: Du hast mir verkündet, wohin deine Aufmerksamkeit sich richten möchte, wenn sie die Gelegenheit bekommt. Meine Aufgabe als Gottheit ist es, diesen »Aufmerksamkeitswellen« wiederum meine Aufmerksamkeit zu widmen und ihnen Vorschub zu geben. Deswegen ist das, was ihr unterbewusst wollt und tut ja auch so gefährlich für euer Leben. Du hast nicht einfach gesagt »ich möchte Thema xy behandeln«, aber du hast ermöglicht, dass eine Welle entsteht, auf der das Thema der jungen Götter heute oder sehr bald behandelt wird. Wie du weißt, sagt man von eurem Gehirn, dass es nicht unterscheiden kann zwischen den Dingen, die ihr bereits getan habt oder die ihr nur plant. Dass ihr schlecht unterscheiden könnt, ob ihr einen Handgriff selbst ausführt oder ob ihr Stellvertreter dafür habt – Videos zum Beispiel. Diesem Prinzip folgend sendet dein Bewusstsein (das nun mal derzeit in deinem Hirn wohnt) in vorauseilendem Gehorsam besagte Wellen aus. Die Proklamation steht am Anfang. »Im Anfang war das Wort«. Ihr denkt VIEL zu kurz, wenn ihr annehmt, dass damit nur hörbar ausgesprochene Worte gemeint sind. Der Moment, in dem sich das Wort mit dem anhängenden Konzept in deinem Bewusstsein formt, ist die Sache schon zum Großteil gelaufen.
T: Das klingt richtig brandgefährlich.
TO: Nun, das ist es ja auch – daher die vielen vielen Kindersicherungen in zahlreichen Härtegraden und Abstufungen.
T: Mir schoss gerade durch den Kopf: »Gott sei Dank.«
TO: Aber gerne. Wir wissen doch, was für ein gefährliches Werkzeug das ist.
T: Aber wie komme ich denn nun aus dieser Sache raus? Ihr habt nicht gerade die Angewohnheit, selbst die Lücken in meinen Interviews zu schließen. Bitte nimm es mir nicht krumm, aber ich kann doch nicht so viele lose Enden immer haben! Was machen wir also nun? Müssen wir die Zeit splitten?
TO: Im Idealfall? Ja. Im Idealfall gibt es Sessions, die euren Fragen gewidmet sind; und solche, wo meine Geschwister und ich frei sprechen.
T: Ich kann nicht fassen, dass ich nach drei Jahren Arbeit JETZT von diesen Dingen erfahre ...
TO: Negiere nicht deine Erfolge, das ist unsinnig. Es ist verlorene Liebesmühe, die ersten drei von hundert Kilometern Reisestrecke zu verfluchen, weil du dich auf ihnen noch ein wenig verlaufen hattest. Weil du mäandert bist, wo du auch schnurgerade hättest laufen können.
T: Meine Mutter sagt dazu: »Umwege erhöhen die Ortskenntnis.«
TO: So ist es auch! Außerdem weißt du ja, wie die geistige Welt zu dem Wort Umwege steht.
T: Es gefällt euch nicht. "Gespräche mit Gott" sagt sogar, dass es überhaupt keine Umwege gibt.
TO: Das ist ja auch schnell erklärt. Du kannst nur etwas als Umweg deklarieren, wenn in deinem Kopf ein anderer Plan ausgefuchst war. Somit ist ein Plan ein Wunsch oder eine Absichtserklärung. Der »Umweg« aber ist das, was entsteht, wenn Gott frei handelt – in deinem Sinne selbstredend!!! Manche von euch sagen: »Ich hatte einen Plan, und dann kam sehr viel Leben dazwischen«. Das gefällt mir persönlich auch sehr gut. Es hat eine positive, distanzierte Ehrlichkeit.
T: Das bedeutet, im Idealfall gibt es zwei Neuerungen in nächster Zeit in meiner Arbeit: Einerseits habe ich ja jetzt öfter mal zwei von euch im Gespräch – was ich persönlich großartig finde! – und andererseits sollte ich meine Zeit öfter splitten in Frage-Sessions und freie Sessions.
TO: Ich würde das zumindest begrüßen, ja. Bitte nimm nicht an, dass ich für alle sprechen kann, die du nach mir treffen wirst. Das größte Problem, das du als Mensch nun einmal hast, ist dies: Ich KANN dir nicht sagen, wann ich eine Session wünsche, bei der ich frei sprechen werde. Wenn ich das sagen würde, hätte ich die Entscheidung für unser Treffen im Grunde getroffen, denn verrückt genug für echte Gegenrede bist du ja nun doch nicht.
T: Warum auch??? Wo ich doch immer so tolle Sachen höre gerade an diesen Tagen?!
TO: Leider besagen die Regeln, dass ich dir meinen Willen nicht aufdrücken kann – egal wie subtil es geschieht.
T: Warte. Aus den Sessions mit RA weiß ich, dass das damalige Trio sich immer so eine Art »Sicherheitshebel« eingebaut hatte am Ende. So einen kommunikativen Abbinder, der bei Interviews gar nicht so unüblich ist. So in etwa: »Gibt es heute noch etwas, was du anfügen möchtest? Gibt es noch irgendetwas, das gesagt werden muss?« Das sollte ich mir dann wohl angewöhnen, hm?
TO: Solche Sätze können in der Zusammenarbeit mit der Anderswelt nie schaden. Solange dir umfassend klar ist, mit wem du im geschützten Rahmen sprichst, kann aus einem solchen Satz keinerlei Unheil entstehen, denn wir operieren ja nun einmal in einem sehr engen Rahmen, um euer Wohlergehen sicherzustellen. Der Satz ist nur deshalb nicht populärer, weil man ihn keinesfalls in einen ungeschützten Raum einbringen sollte. Das kann tatsächlich schiefgehen (wenn auch mit abnehmender Wahrscheinlichkeit aufgrund des Shifts).
T: Ich hätte das vielleicht früher spitzkriegen müssen, aber nun ist es so. Ich werde mich darin üben, am Ende diese offene Frage zu stellen! Mit vielen Aspekten hatte ich am Ende des Interviews so einen süß-sauren Moment, in dem ich wusste, wie viel im entsprechenden Zeitraum nicht gesagt wurde, aber theoretisch hätte behandelt werden können. Sie sagten dann Dinge wie: »Das Nötigste habe ich untergebracht« oder »Das Wichtigste haben wir geschafft«. Obwohl mich die Sätze natürlich milde geärgert haben, bin ich immer davon ausgegangen, dass es an der Kürze eines Kalendermonats lag oder so. Dass es tatsächlich daran liegt, wie ich meine Fragen stelle oder für die kommende Session plane, das hätte ich nicht gedacht.
TO: Es ist für mich essenziell, an dieser Stelle Folgendes anzumerken: Die allermeisten anderen Channels haben AUSSCHLIESSLICH Fragen, die sie mit uns abarbeiten. Das klingt jetzt etwas wertend, und das soll es nicht sein, aber überleg dir mal ganz kurz den Unterschied.
T: Aber ist es nicht sogar meistens so, dass die Medien nichts hören oder sehen, wenn sie keine Frage stellen?
TO: Ah, hier haben wir ein Henne-Ei-Problem. Keine Frage zu stellen ist das eine. Und nicht explizit zu bitten, frei zu referieren, ist eine zweite Sache!!
T: Ach, fuck. Entschuldige bitte, aber kein anderes Wort trifft es.
TO: Ist in Ordnung, ich bin ziemlich viel gewöhnt.
T: Warum ist das denn nicht besser bekannt? Dass man euch frei sprechen lassen kann und sollte?
[Evanescence singt »Far from Heaven«. Ein todtrauriges Lied. Er wird auch sehr traurig, es weht zu mir herüber.]
TO: Ihr habt nun einmal so unendlich viele Fragen. Triffst du dich manchmal mit deinem Arzt, wenn du kein Problem hast, bei dem er helfen soll? Fährst du dein Auto zur Werkstatt, wenn es perfekt schnurrt?
T: Ich fürchte nicht, nein. Irgendwie ist unsere Welt so nicht gebaut.
TO: Weißt du was? Deshalb empfehlen wir dir, Gott als deinen BESTEN FREUND anzusehen. Mit deinen Lieben triffst du dich, weil ihr gerne zusammen seid. Ohne Problemstellung oder Projektbesprechung oder gestecktes Ziel.
T: Das macht absolut Sinn. Ich glaube, der beste und nachhaltigste Effekt auf mein Leben trat ein, als ich das Channeln nicht mehr als Challenge oder Experiment sah, sondern als meine tägliche Routine mit euch ... meinen Freunden.
[Timer steht auf 1:00 Min.]
T: Gibt es noch etwas, was heute unbedingt gesagt werden muss, mein Lieber?
TO: [grinst] Nein, es ist alles gut. Und morgen sprechen wir über die wunderbar verwirrende Zeit, als ich und meine Geschwister jung waren. Als es nichts gab außer die Spielwiese von leerem Raum und für uns unbedeutender Raumzeit.
T: Das klingt genial. Bis dann.






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